Höhr-Grenzhausen 2018 (Verlag zeitgeist)
Nur wer die Vergangenheit kennt, hat eine Zukunft, schrieb Goethes Zeitgenosse, der preußische Universalgelehrte, Entdecker und Staatsmann Wilhelm von Humboldt. (7)
Unser Geschichtsbild basiert zu großen Teilen auf der Wiederholung von liebgewordenen, inzwischen fest verankerten Narrativen. (...)
> Die Französische Revolution wurde 1789 auch nicht allein vom darbenden Volk ausgelöst, involviert war zudem der aufstrebende Mittelstand mit seinen Kapitalinteressen. Allein die heldenhafte Erstürmung der Bastille ist ein Mythos, denn der Kommandant öffnete kampflos die Tore, woraufhin ihm der Kopf abgeschnitten und auf einer Lanze im Triumphzug durch die Stadt getragen wurde. (...)
> Der amerikanische Bürgerkrieg (1861-65) führte Abraham Lincoln keineswegs um die Befreiung der Sklaven. (...) Es ging um ausländische Interventionen (...). (9)
Was heute über die Hintergründe und den Ablauf des Ersten Weltkriegs bekannt ist, beruht auf der Geschichtsschreibung der Siegermächte von 1918. (...) Am Ende des Krieges erklärten Großbritannien, Frankreich und die Vereinigten Staaten Deutschland zum Schuldigen und begannen Dokumente und Berichte zu vernichten, zu verbergen oder zu verfälschen, damit niemand dem widersprechen konnte, was fürderhin als Wahrheit galt: Das Kaiserreich habe den Krieg vorsätzlich geplant und alle zur Versöhnung und Vermittlung vorgebrachten Vorschläge zurückgewiesen. (11)
Ab 1887 suchten britische Finanz- und Geostrategen klammheimlich eine Kooperation zwischen Deutschland, Österreich und Russland und damit die Bildung einer Konkurrenzmacht in Mitteleuropa zu verhindern, die den Niedergang des Empires zugunsten eines wirtschaftlichen Aufstiegs des Deutschen Reichs bedeuten konnte. (12)
Da Kriege aber nicht einfach ausbrechen, sondern in der Regel im Voraus geplant, vorbereitet und finaziert werden, ist es ratsam, der Spur des Geldes zu folgen, wann man die wahren Interessen, die hinter einem Krieg stehen, herauszufinden sucht. (13)
Die Grundlagen für eine derartige Denkweise hatte der Sozialphilosoph und Kunsthistoriker John Ruskin gelegt, der sich in seinen Oxforder Vorlesungen dafür einsetzte, die Werte, Tradition sowie die Lebensweise der angelsächsischen Upper Class, der Herrenrasse, mittels Erziehung und Eugenik auf das Empire auszudehnen. England, so Ruskin, sei zur Weltherrschaft vorherbestimmt, denn in uns fließt bestes nordisches Blut. Aus diesem Grund müsse es sich durch Kolonisierung jedes Stück Land einverleiben. Herrsche oder sterbe! (16)
Cecil Rhodes hatte schon seit Längerem davon gesprochen, nach dem Vorbild der Jesuiten einen Geheimbund aus der Taufe zu heben. Am 5. Februar 1891 war es so weit: Gemeinsam mit dem Sensationsjournalisten Viliam T. Stead und Geginald Brett (1852-1930) - dem späteren Lord Esher - gründete er die Rhodes Secret Society. Von Anfang an mit dabei waren zudem Lord Nathaniel Rothschild - mit besten Kontakten in der Welt der Banken, Investitionen und Wertpapiergeschäfte - sowie Alfred Milner. Ausdrückliches Ziel war, das Britisch Empire über die ganze Welt auszudehnen, man wollte, so schrieb Wiliam T. Stead 1902 , die gesamte unzivilisierte Welt unter britische Herrschaft bringen, die Vereinigten Staaten zurück ins Empire holen und die gesamte angelsächsische Rasse in einem Empire vereinen. (17)
So verdanken wir Wiliam T. Stead seine Einbindung der neuen macht der Pressebarone. Er baute sich ein beeindruckendes Netzwerk junger Journalisten auf, die wiederum die Prinzipien des Elitezirkes in das Empire hinaustrugen. (...)
Auch Lehrstühle an Universitäten wurden finanziert, ebenso Publikationen. (...)
Dazu hielt die englische Zeitung Saturday Review am 24. August 1895 fest: Im Krieg mit Deutschland würden wir viel gewinnen und wenig verliere. Im Falle Frankreichs wäre es andersherum. Am 1. Februar 1896 wurde das Blatt noch deutlicher: Wir müssen bereits sein, Deutschland zu bekämpfen ... Germania est delenda. (...)
Reichskanzler Otto von Bismarck hatte diese Entwicklung schon Jahre vorher gespürt, (....) Das Interesse Englands ist, das das Deutsche Reich mit Russland schlecht steht, unser Interesse, dass wir mit ihm so gut stehen, als es der Sachlage nach möglich ist. (18)
Ging es Bismarck im deutschen Einigungskrieg von 1870/71 noch um Annexion und Einheit, so stand fortan die Erweiterung der Absatzmärkte im Fokus der Begehrlichkeiten, welche sich Kaufleute, Banker und Industrielle auf der ganzen Welt gegenseitig streitig machten, und in letzter Konsequenz griff man hierfür zu den Waffen. Das war 1895 zu beobachten, als Japaner und Chinesen um die Ausbeutung von Korea rangen, 1898 gerieten die USA mit Spanien wegen Kuba und der Philippinen aneinander, und ein Jahr später überfielen die Engländer die Buren, weil sie auf deren Minen in Tansvall abgesehen hatten. 1900 schickten Europa und die USA Expeditionsarmeen in den chinesischen Boxeraufstand, setzten damit letztliche die Politik der offenen Tür durch und nötigten den Chinesen Eisenbahnen etc. auf. Um die Entscheidung, wer die Mandschurei ausbeuten darf, massakrierten sich 1904/05 über 18 Monate lang Russen und Japaner. All diese blutigen Kriege und Dividenden brachten den Siegern kaum erwähnenswerten Gebietszuwachs. Die eigentliche Beute blieb vielen verborgen: Es waren die Eisenbahnen- und Minenkonzessionen, die Anleihen und Zolltarife. (19)
Die Webereien von Manchester und die Metallfabriken von Birmingham lieferten ihre Erzeugnisse während eines ganzen Jahrhunderts in alle Welt und häuften so immensen Gewinn an. (20)
Der zweite Burenkrieg begann am 12. Oktober 1899. Er verlief für die europäischstämmigen Bewohner Südafrikas zunächst sehr erfolgreich. Doch bald wurde der Kampf unerbittlich geführt. Nach dem Tod Königin Viktorias am 22. Januar 1901 verordnete Feldmarshall Lord Kitchener eine Poliktik der verbrannten Erde: Die Bauernhöfe der Buren wurden von nun an bei geringfügigsten Hinweisen auf Kollaboration niedergebrannt, das Vieh erschossen und die Felder angezündet, Frauen und Kinder in sogenannten Concentration Camps unter unwürdigen Bedingungen zusammengepfercht. die Buren verloren 7 000 Mann im Gefecht, hinzu kamen 28 000 Angehörige. (23)
Ergebnis der Verhandlungen, die schließlich in der Entente codiale mündeten, war zudem die Anerkennung der britischen Vorherrschaft in Ägypten. Frankreich und England wurden sich über eine Vielzahl langjähriger Streitigkeiten einig, (...). Mit der Aussöhnung und der Aufteilung der kolonialen Einflusssphären setze Edward völlig neue Zeichen in der Außenpolitik. (...)
Mittel einiger Konzessionen in Persien und auf dem Balkan wandte sich der britische Monarch dann dem russischen Zaren zu, um anschließend Ialien vom Dreibund abzusprengen und in Ungarn den Hass gegen Deutschland anzustacheln. (26)
Die durch England forcierte Entfesselung des Japanischen-Russischen Krieges mit dem Ziel, das Zarenreich zu schwächen und sich ihm gleichzeitig anzunähern, kann man durchaus als hinterhältig bezeichnen. König Edward VII. war es gelungen, innerhalb von sechs Jahren sowohl Frankreich als auch Russland zu einem Geheimbund mit Großbritannien zu bewegen. Um Deutschland in die Knie zu zwingen, brauchte man die großen Heere dieser Mächte. (27)
(...) unterbreitete [Lord] Esher Vorschläge zur Reform des Kriegsapparats und empfahl einen Verteidigungsrat. Das Committe of Imperial Defence (CID) wurde am 4. Mai 1904 gegründet, (...).
Das CID wurde bald zu einem bedeutenden Gremium der britischen Regierung, es arbeitete bis 1939.
Nach einem gemeinsamen Militärmanöver in Frankreich schrieb Lord Esher am 4. September 1906 an seinen Sohn Maurice (Mitbegründer des Secret Intelligence Service, besser bekannt als MI6): Die Entente schreitet voran. Und das au keinen Fall zu früh. Es steht außer Frage, dass in absehbarer Zeit eine gewaltige Auseinandersetzung zwischen Deutschland und Europa bevorsteht, bei der es um die Oberherrschaft geht. (...) Es wird noch fünf Jahre dauern, bis wir unserer Leute auf eine Wehrpflicht eingestimmt haben. (30-31)
Seit dem Jahr 1688 sorgte England dafür, dass Europa nicht zur Ruhe kam. Balance of Power, Gleichgewicht der Kräfte, nannte man die wechselnde Unterstützung rivalisierender Interessen auf dem Kontinent. Das Ziel war, Europa zu spalten und in internen Kriegen gefangen zu halten, währende Großbritannien globale Dominanz zeigte. (...)
Briten und Belgier hatten zu Kriegsbeginn also seit mindestens acht Jahren intensiv gemeinsame Planungen für einen Krieg mit Deutschland betrieben. (31)
Es kann kein Zweifel bestehen, schrieb Lord Esher an einen Sohn, dass in absehbarer Zukunft ein Titanenkampf zwischen Deutschland und England um die Vorherrschaft bevorsteht. (32)
Sowohl Frankreich als auch Großbritannien ging es um macht auf den afrikanischen Kontinent. Während die Franzosen sich von Westen nach Osten voranarbeiteten, strebten die Briten von Norden nach Süden. (...)
1830 hatte Frankreich nach einem 17 Jahre andauernden Krieg das zum Osmanischen Reich gehörende Algerien erobert. (...)
Am 3. Oktober 1904 kam es zur Vereinbarung mit Spanien, dem der Küstenstreifen im Norden Marokkos mit Ausnahme von Fez zugesprochen wurde. Dies alles geschah ebenso wie die im Geheimvertrag zwischen London und Paris festgeschriebene Übergabe Marokkos in klarer Verletzung des Völkerrechts. (33)
Die erste Marokkokrise (1904-1906) war also die Folge der Eigenmächtigkeit des Außenministers. Er wollte Deutschland zeigen, dass es angesichts der englisch-französischen Solidarität machtlos war, (...). (34)
Am 31. August 1907, drei Jahre nach dem Russisch-Japanischen Krieg, unterzeichneten der britische Botschafter Sir Arthur Nicholson und der Außenminister des zaristischen Russland, Graf Alexander Petrowitsch Iswolski (1856-1919), den Vertrag von St. Petersburg. Darin wurden die Interessensphären in Zentralasien abgesteckt. Eine französisch-russische Allianz bestand ja bereits seit Januar 1894, sie richtete sich gegen das protestantische Deutsche Kaiserreich - nicht zuletzt als Reaktion auf Bismarcks Kulturkampf. (...) Der Petersburger Vertrag bildete nun also die Grundlage für die Triple Entente, die im Pakt von London am 5. September 1914 geschlossen wurde. Genau wie Bismarck es einst vorhergesehen hatte, entwickelte sich also die französisch-russische Allianz von 1894 mit der Aufnahme von England zum Dreierbündnis, dessen Bedeutung als kriegsentscheidende Koalition im Ersten Weltkrieg unbestritten ist. (38)
(...) zweiten Haager Friedenskonferenz vom 15. Juni bis zum 18. Oktober (....).
Balfour: Wir sind vermutliche Narren, das wir keinen Grund dafür finden, Deutschland den Krieg zu erklären, bevor die Deutschen zu viele Schiffe bauen und uns den handel wegnehmen. (...)
Ist es eine Frage von richtig oder falsch? Vielleicht geht es einfach nur um die Frage, ob wir unserer Vormachtstellung erhalten wollen. (41)
Während Deutschland und Russland im August in St. Petersburg ein Abkommen über die gegenseitigen Interessensphären in Persien unterzeichneten, das u. a. die Anbindung Teherans an die Bagdadbahn vorsah, forderte Italien am 28. September 1911 das Osmanische Reich ultimativ auf, der Besetzung der Stadt Tripolis und der Kyrenaika durch italienische Truppen zuzustimmen. Als die Regierung in Konstantinopel dies ablehnte, erklärte Italien den Krieg, Marinetruppen richteten nach mehrtägigem Bombardement von Tripolis ein Blutbad unter der Bevölkerung an. (49)
(...) Deutschlandhasser Poincaré (...)
Am 27. Januar 1913 wurde er gestützt auf ein Mitte-rechts -Bündnis, zum Staatspräsidenten gewählt, bis 1920 hatte er das Amt inne. (...) 1919 wurde er in die Amercian Academy of Arts and Sciences gewählt. (50)
(...) hängt doch laut dem US-amerikanischen Marine-Clausewitz Alfred Thayer Mahan hängt die Stärke einer Seemacht weniger von der Anzahl und Größe der Schiffe als von der Zahl der Stützpunkte ab. (...)
Schon am 8. Dezember 1914 versenkten die Briten nach dem Seegefecht bei den Falklandinseln das deutsche Atlantikgeschwader ohne nennenswerte Verluste (...). (51)
Am 8. Oktober [2012] erklärte Montenegro eigenmächtig der Türkei den Krieg, bis zum 17. folgten Bulgarien, Griechenland und Serbien. (...) Nun war Russland bereit, einzugreifen und damit Österreich mit in den Krieg zu ziehen. Nur die Bemühungen Deutschlands und Englands konnte dies Eskalation verhindern. (52)
Am 3. Dezember 1912 schwiegen die Waffen auf dem Balkan, und es begann schwierige Friedensverhandlungen. Für das mazedonische Gebiet zeichnete Bulgarien, Griechenland und Serbien als Teilungsmächte. Diese Teilung ist bis heute umstritten. Auch die Friedensverträge der nachfolgenden beiden Weltkriege revidierten das Ergebnis nicht. (53)
Auf der Friedenskonferenz nur wenige Tage später in London wurde die Türkei gezwungen, auf alle Balkanbesitzungen westlich der Linie von Enos am Ägäischen Meer bis Midia am Schwarzen Meer zu verzichten. Strittig blieb indes die Verteilung an die Siegerstaaten. (54)
Doch selbst das Eingreifen des Zaren konnte den Krieg zwischen Serbien und Bulgarien nicht mehr verhindern. Bis heute gibt es wegen des Kriegseintritt Rumäniens noch Animositäten zwischen Bulgaren und Rumänen. Derartige Feindschaften sind auf dem Balkan durch die vielen Kriegsverbrechen jedoch nicht ungewöhnlich. (55)
Nachdem man sich im Dezember 1913 darauf geeinigt hatte, den deutschen Prinzen Wilhelm zu Wied zum regierenden Fürsten des neu geschaffenen Staates Albanien zu ernennen, schien die Gefahr eines weiteren Krieges auf dem Balkan gebannt. Und so blickten die Völker Europas Anfang 1914 hoffnungsvoll in die Zukunft. (...)
Nicht zuletzt erklärte Außenminister Grey am 28. März in einem Zeitungsinterview: In ein paar Wochen wird der Weltkrieg ausbrechen. Für England bedeutet er einen erwünschten Ausweg aus den inneren Schwierigkeiten. (...) Sobald England einverstanden ist, werden Frankreich und Russland Deutschland und Österreich in die Zange nehmen. (57-58)
Die Befehlskette für den Mord an Erzherzog Franz Ferdinand uns seiner Frau Sophie - einer Slawin - am 28. Juni 2014 reicht von den serbischen Verschwörern zurück zum russischen Botschafter in Belgrad, zum russischen Außenministerium und schließlich bis zur Geheimen Elite in London. (...) Am 28. Juli - genau 30 Tage nach dem Attentat, wobei die Ermittlungsergebnisse direkt nach Belgrad wiesen - erklärte Österreich-Ungarn Serbien den Krieg. (...)
Am 30. Juli - ein Tag vor seiner Ermordung durch einen Nationalisten - sprach Jaurès [Ministerpräsident und Außenminister Frankreichs] die Kriegstreiberei offen an: hier in Frankreich arbeiten wir mit allen Gewaltmitteln für einen Krieg, der ausgefochten werden muss, um ekelhafte Begierden zu befriedigen, und weil die Pariser und Londoner Börsen in Petersburg spekuliert haben (...)
(...) Erzbischof von New York, Kardinal John Murphy Farley (...):
Der Krieg, der in Vorbereitung ist, wird ein Kampf zwischen dem internationalen Kapital und den regierenden Dynastien sein. Das Kapital wünscht neimanden über sich zu haben, kennt keinen Gott oder Herrn und möchte alle Staaten als großes Bankgeschäft regieren lassen. (59)
Am 30. Juli begann Russland mit Unterstützung aus London und Paris ohne Kriegserklärung mit dem Aufmarsch seiner gewaltigen Heere an der deutschen Ostgrenze. (...) Fast 24 Stunden bevor Deutschland die Generalmobilmachung verkündete und Russland den Krieg erklärte, hatte sich Frankreichs Regierung also schon verbindlich zum Krieg entschieden! (60)
Obwohl Deutschland die Unabwendbarkeit des Krieges so spät akzeptierte und erst im letztmöglichen Moment seine Streitkräfte mobilisierte, stand es fortan als das Land da, welches den Ersten Weltkrieg begonnen hatte, da es den Fehler machte, den Krieg als Erstes zu erklären, der ja doch mehr oder weniger inoffiziell bereits im Gange war. (61)
Das Kaiserreich war solcherart zu einer Auseinandersetzung auf Leben und Tod provoziert worden, seine Kriegserklärung war letztlich nichts anderes als reine Verteidigung gegen die Großmächte. (...)
Grey log das Empire in den Krieg. Seit mehr als einhundert Jahren werden die Fakten von den Hofgeschichtsschreibern verdreht und gefälscht. Die Mitglieder der Milner-Gruppe achteten sorgfältig darauf, alle Spuren zu verwischen: Briefe, Telegramme, offizielle Berichte und Notizen, die die Wahrheit hätten verraten können, wurden verbrannt oder anderweitig zerstört. Auch König Edward hatte verfügt, dass belastende Schreiben nach seinem Ableben zu vernichte seien. Dasselbe ordnete Lord Nathan Rotschild, Gründungsmitglied der Secret Society, an. Er wollte nicht, dass sein Einfluss uns seine Verbindungen bekannt werden. (62)
Nirgendwo aber war die Geheime Elite so effektiv wie in Oxford. Fast jedes wichtige Mitglied gehörte seinem der Colleges Balliol, New College oder All Souls an, welche dauf dem Gebiet der Geschichtswissenschaften führend waren. (63)
Und die jüdischen Zeitungen riefen zur Solidarität mit dem Deutschen Reich auf, das für viele Leser längst zur Heimat geworden war. (...) Mit einem starken Glücksgefühl, mit leuchtenden Augen sind im Augenblick einer nationalen Erhebung auch diejenigen zu den Fahnen geeilt, die sich im deutschen Vaterlande zur mosaischen Religion bekennen. (66)
Anfang der 1970er-Jahre schrieb der kanadische Historiker Nichoals D'Ombrain, die Akten des Kriegsministeriums seine ausgemistet worden: Bis zu fünf Sechstel allen heiklen Materials verschwand, während er seine Forschungsarbeit betrieb. (...)
Die Dokument aus Deutschland wurden sofort und ohne Umschweife einkassiert - man brauchte nur den Nachkriegskanzler des hungernden Verliererstaates, Friedrich Ebert, unter Druck zu setzen, und 15 Wagenladungen Papiere inklusive Geheimprtokolle der Obersten Heeresleitung verschwanden. (67)
Am 12. Dezember [1916] verlas Reichskanzler Bethmann Hollweg folgende Friedensnoste: (...) schlagen die vier verbündeten Mächte vor, alsbald in Friedensverhandlungen einzutreten. (...)
Die USA reagierten nicht direkt darauf, sondern schlugen am 21. Dezember den kriegsführenden Völkern vor, als friedenssichernde Maßnahme einen Völkerbund zu gründen. Hier wurde später, nach dem Krieg, die halbe Welt Mitglied nur die Vereinigten Staaten nicht. Die Entente aber ignorierte das deutsche Friedensangebot einfach (...).
Im November 1917 brach schließlich die bolschewistische Revolution los, in deren Folge Lenin die russische Zentralbank für einhundert Jahre in die Hände seines Gläubigers Rothschild gab. (71)
Da trotz aller Bemühungen ein Sieg der Mittelmächte nicht auszuschließen war und damit ein Totalverlust der ungeheuren amerikanischen Kriegsanleihen an die Entente drohte - 2 100 Mio. Dollar, Deutschland hatte nur 27 Mio. Dollar bekommen -, wurde in den USA von Bankern und Rüstungsindustrieellen die Kriegspropaganda geschürt, um die Bevölkerung für den Kriegseintritt zu gewinnen, der am 6. April 1917 erfolgte und schließlich der Entente den Sieg sicherte. (72)
Resümee und Ausblick
Der am 28. Juni 1919 (...) in Versailles unterzeichnete Friedensvertrag verlangte von Deutschland im Artikel 231, (...), die Anerkennung der Alleinschuld. (73)
[Churchill, April 1947] Die Schaffung einer autoritativen, allmächtigen Weltordnung ist das Endziel, das wir anzustreben haben. Wenn nicht eine wirksame Welt-Superregierung errichtet und rasche handlungsfähig werden kann, bleiben die Aussichten auf Frieden und menschlichen Fortschritt düster und zweifelhaft.... (75)
Um die Unterzeichnung des Friedensvertrags zu erzwingen, wurde die effektive Seeblockade nach dem Waffenstillstand vom 11. November 1918 fortgeführt und erst am 12. Juli 1919, zwei Wochen nachdem Außenminister Hermann Müller (SPD) und Verkehrsminister Johannes Bell (Zentrum) unter Protest unterschrieben hatten, aufgehoben. Die Verlängerung der Blockade kostete mehr als 700.000 Menschenleben. (76)
[Trozki] Hätte England seine Neutralität erklärt, hätten wahrscheinlich Frankreich und Russland diesen Rückzug angetreten. Aber die britische Regierung hat anders gehandelt: Sie hat heimlich der Entente ihre Unterstützung versprochen, Deutschland und Österreich-Ungarn auf die Möglichkeit der Neutralität rechnen lassen und sie irregeführt. So hat die englische Demokratie den Krieg provoziert .... (...) In einem muss Trotzki widersprochen werden, es ar nicht die englische Demokratie oder Diplomatie, sondern ein kleiner, berechnender Kreis innerhalb der britischen Elite, der damit auch den amerikanischen Finanzinteressen in die Hände spielte. (80)
In dem Strategiepapier TRADOC 525-3-1 Win in a Complex World 2020-20240 [2014] wird als Hauptziel genannt, die Bedrohung durch Russland und China zu beseitigen.. (...)
Wie vor einhundert Jahren wird die Hauptgefahr in einer möglichen Kooperation zwischen Deutschland und Russland gesehen, was Georg Friedman, der Gründer und Vorsitzende des führenden privaten US-amerikanischen Think Tanks STRATFOR, am 4. Februar 2015 überraschen deutlich aussprach. (83)