Köln 1971, 1994 (Kiepenheuer & Witsch) - Original: The Cancer Biopathy 1948, Orgone Institute Press, Inc.
Wir können in der Öffentlichkeit unsere Kenntnis der Motive irrationalen Verhaltens nicht in einer persönlichen Weise anwenden. Wir können unter keinen Umständen einem Physiker, der die Orgonfunktion in einer neurotischen Weise weginterpretiert, sagen, was ihn dazu im Grund bewegt. Wir können diese Motive nur allgemein bekanntgeben, aber in keinem Falle persönlich gegen bestimmte Personen richten. Das einzige, das wir mit gutem Gewissen tun können, ist, uns zu fragen, ob der bestimmte Angriff rational oder irrational ist. Die irrationalen Angriffe sollten unter keinen Umständen beantwortet werden. (21)
Wir wissen genau, dass der heutige durchschnittliche Mensch nichts so sehr fürchtet wie die Erkenntnis seines biologischen Wesens. Wir wissen gleichzeitig, dass er nichts so sehr herbeisehnt wie die Erfüllung seines biologischen Wesens. Beide, Angst vor Erkenntnis und Sehnsucht nach Erfüllung, begegnen uns gleichzeitig. (22)
Es ist zum Schaden der menschlichen Wohlfahrt, dass der Nichtswisser und Nichtskönner so rasch und so leicht Artikel schreiben und unterbringen kann; dass die politische Lebensart der Gegenwart die Publikation einer Hetze so viel leichter macht als die einer folgenschweren, lebenswichtigen Tatsache. (...)
Ich muss hervorheben, dass die vielen Tatsachen, die die mechanistische Krebsforschung in mühseliger Arbeit zusammengetragen hat, für meine neuartige Fassung der Krebsbiopathie unentbehrlich war. (24)
Der Kern meiner Sorge bildet die Erwartung so vieler Leser unserer Literatur, dass nun ein Allheilmittel für den Krebs gefunden wurde. Dies muss ich strikt ablehnen. (25)
Die Neurosen sind Folgen einer Stauung der sexuellen Energie. Ursache der Stauung ist eine Störung in der Abfuhr hoher sexueller Erregung des Organismus, (...). (27)
Der Gesamtorganismus zuckt im Orgasmus wie das Herz bei jedem Pulsschlag. (29)
Nie hat man bei elektrischer Beeinflussung eine organische Bewegung gesehen, die die geringste Ähnlichkeit mit unseren alltäglichen lebendigen Bewegungen ganzer Muskelsysteme oder funktioneller Muskelgruppen gehabt hätte. (...) Unsere Organempfindungen sagen uns deutlich, dass die Emotionen (zweifellos Äußerungen unserer biologischen Energie) grundsätzlich verschieden sind von den Empfindungen, die man bei elektrischen Schlägen erlebt. (31)
Das verdrängte menschliche Triebleben ist nicht natürlich; es ist vielmehr ein krankhaftes Ergebnis der Unterdrückung der natürlichen Triebe, vor allem der genitalen Sexualität. (...) Eine Gesellschaft von Lebewesen, die die wesentlichste Äußerung dieser Funktion geächtet und unbewusst gemacht hat, ist außerstande, die Lebensfunktionen rational zu lenken; denn sie kommen als verzerrte Äußerungen der Pornographie zum Ausdruck. (35)
Den Ausdruck Orgon leitete ich von den Worten Organismus und orgastisch her. Der Ausdruck orgonotisch umfasst nunmehr alle energetischen Phänomene und Prozesse, die spezifisch zu der Energie gehören, die lebende Materie regiert. Jeder Organismus, der lebt, ist ein membranöses Gebilde, das in seiner Körperflüssigkeit ein Quantum Orgon umfasst: Es bildet ein orgonotisches System. (51)
Die roten Blutkörperchen können durch das atmosphärische Orgon aufgeladen werden. (59)
Die psychische Wahrnehmung eines sexuellen Objekts vermag eine physiologische Erregung (Erektion) hervorzurufen, umgekehrt vermag eine physiologische Erregung (Streicheln, Friktion) eine sexuelle Emotion herbeizuführen. Dieser psychologische Vorgang führt zur orgonotischen Erstrahlung des Gesamtorganismus. (65)
Wir haben im Interesse der wissenschaftlichen Objektivität das Lebendige zu töten gelernt, ehe wir darüber aussagen. (116)
Halten wir hier vier wichtige Prinzipien der funktionellen Naturanschauung fest:
1. Jeder lebende Organismus bildet eine geschlossene funktionelle Einheit, und nicht bloß eine mechanische Summe von Organen. Die biologische Grundfunktion beherrscht jedes einzelne Organ ebenso wie den ganzen Organismus.
2. Jeder lebende Organismus ist ein Teil der ihn umgebenen Natur und mit ihr funktionell identisch.
3. Jede Wahrnehmung beruht auf Zusammenklingen einer Funktion innerhalb des Organismus mit einer Funktion in der Außenwelt, also auf orgonotischem Gleichklang.
4. Jede Selbstwahrnehmung ist unmittelbarer Ausdruck objektiver Vorgänge im Organismus (psycho-physische Identität).
(117)
Wir stellen in sorgfältiger Beobachtung fest, dass die Licht- und Wellenerscheinungen sich über den ganzen Bereich der Atmosphäre erstrecken (...). Sie sind am stärksten ausgesprochen in klaren Nächten und bei geringerem Feuchtigkeitsgehalt der Luft. Steigt der Feuchtigkeitsgehalt der Luft über 50% an, so nehmen die Strahlungserscheinungen ab: Feuchtigkeit absorbiert die Strahlung in der Atmosphäre, (...). (122)
Der Mechanismus der Konzentration des atmosphärischen Orgons
Der Orgonakkumulator besteht aus einem Gehäuse aus organischem Material, Holz, besser Celotex, etc. Die Wand dieses Gehäuses ist innen mit dünnem Eisenblech ausgekleidet. (128)
Im Januar 1941, wenige Monate nach der Entdeckung der auffallenden Temperaturdifferenz, übernahm Albert Einstein einen kleinen Orgon-Akkumulator in seine Wohnung in Princeton (New Jersey). Einstein bestätigte in einem Brief die Existenz der Temperaturdifferenz im Akkumulator, (...). (138)
Ich glaube, dass diese Tatsachen eine vollkommen eindeutige Sprache sprechen:
a) Die erde und die atmosphärische Luft enthalten eine Energie, die in unserem Apparat als Wärme messbar ist.
b) Diese konstante Energie-Wärmequelle kommt nur bei einer bestimmten Materialanordnung in hohen Werten zum Ausdruck. Die Anordnung der Materialien, außen organisch, innen metallische, ist als zur Steigerung der Temperaturdifferenz (...) wesentlich. (149)
Der erfahrene theoretische Physiker wird schnell die konstante orgonotische Temperaturdifferenz (To-T) als ein Ergebnis erkennen, das den zweiten Hauptsatz der Wärmelehre ungültig machen würde. Es ist wahr, dass es in der Natur einen Prozess in Richtung der Entropie gibt, was bedeutet, dass dem Universum der Wärmetod droht. Es gibt jedoch noch einen anderen, einen orgonoitischen Prozess, der in umgekehrte Richtung auf eine Wiederherstellung der Energielage hin funktioniert, die im Prozess, der auf eine zunehmende Entropie gerichtet ist, verlorengeht. (141)
Beobachtung: Bei trockenem, sonnigen Wetter pendelt die Pendelkugel in der Richtung auf das Zentrum der großen Metallkugel hin, ohne dass Pendelimpulse erteilt werden. Übersteigt die relative Luftfeuchtigkeit etwa 70% oder setzt Regenwetter ein, so verringern sich die Pendelausschläge bis zu völligem Stillstand. (159)
Die Pendelausschläge werden größer, wenn der Beobachter über ein sehr starkes und weitreichendes Orgonenergiefeld seines Organismus verfügt. (160)
Der vorläufige Schluss lautet: Der Erdball ist nicht nur von einer Luft-Atmosphäre bestimmter chemischer Zusammensetzung, sonder er ist auch von einer Hülle umgeben, die aus Orgonenergie besteht. (161)
Der Krebstod ist vielmehr der letzte sichtbare Ausdruck der biologischen Allgemeinerkrankung Krebs, die auf Zerfall des Gesamtorganismus beruht. (...)
Unter Biopathien wollen wir alle Krankheitsprozesse zusammenfassen, die sich am autonomen Lebensapparat abspielen. (...)
Es ist eine Störung der natürlichen Pulsationsfunktion des lebenden Gesamtorganismus. (167)
Die biopathische Schrumpfung beginnt mit chronischem Überwiegen der Kontraktion und mit Hemmung der Expansion des autonomen Lebensnervensystems. Dies tritt am klarten hervor an der Atmungsstörung der Neurotiker und Geisteskranken. (171)
Die Sperrung der biosexuellen Erregung in den Genitalien etwa geht mit einer muskulären Spannung der Beckenmuskulatur einher. (...) Mit besonderer Vorliebe stellen sich Muskelspannungen als Bremsungen plsamatischer Strömungen überall dort her, wo Ringmuskeln funktionieren; so am Rachen, am Mageneingang und -ausgang, am Darmende etc. Es sind Stellen des Organismus, an denen die Krebserkrankung mit besonderer Häufigkeit anzusetzen pflegt. (172)
Wir wissen nur, dass die biosexuelle Erregung durch muskuläre Dauerspannung herabgesetzt und gebunden werden können. Bei weiblichen Patienten zeigen sich dieses Spannungen in knotenartigen Verdickungen am Uterus als ein Knollen oberhalb des Schambeins. (173)
Die allgemein vorkommende Sexualsperre der Frauen begründet die überwiegende Häufigkeit des weiblichen Brust- und Genitalkrebses. (174)
Der wiener Forscher Otto Warburg fand, dass die verschiedenen Krebsreize das Gemeinsame an sich haben, einen lokalen Sauerstoffmangel hervorzurufen, durch den in den davon betroffenen Zellen eine Atmungsstörung entsteht. Die Krebszelle ist demnach eine schlecht atmende Zelle, von der nur geringe oxydative Eigenschaften ausgehen. (...) Krebsstoffwechsel ist somit als Erstickungsstoffwechsel normalwachsender Zellen anzusehen. (175)
Unsere Orgontherapie-Versuche an Krebskranken bestehen darin, dass die Patienten in einen Orgon-Akkumulator gesetzt werden; die im Inneren des Apparates akkumulierte Orgonenergie durchdringen den nackten Körper und wird überdies eingeatmet. (180)
Der krebsige Habitus ist bestimmt durch allgemeine Smpathikotonie, d.h. vegetative Kontraktionen; (...)
Die Orgonstrahlung wirkt vagaton, arbeitet also der generellen smpathikontonen Schrumpfung des Organismus entgegen. (182)
Dieses autonome Lebensnervensystem ist nichts anderes als organisiertes kontraktiles Plasma. Die emotionelle, vegetative, autonome Bewegung ist daher unmittelbarer Ausdruck der Plasmaströmung. Die herrschende Auffassung von der Starrheit des Lebensnerven kann keinen einzigen Phänomen des bio-physikalischen Geschehens gerecht werden. (...)
Was wir als Lust empfinden, ist eine Weitung unseres Organismus. In der Lust strecken sich, entsprechend der vagatonischen Expansion, tatsächlich die autonomen Lebensnerven der Welt entgegen. In der Angst dagegen fühlen wir ein In-sich-Kriechen, eine Schrumpfung, ein Sich-Verstecken und eine Enge (angustiae, Angst). (183)
Die Orgonenergie hält das Wachstum des Tumors auf, ersetzt ihn durch ein Hämatom, das unter günstigen Verhältnissen resorbiert und entweder durch Bindegewebe oder, wenn in Knochen, durch Knochensubstanz beseitigt wird. (...)
Die Orgontherapie lädt die roten Blutkörperchen biologisch auf.
Jedes einzelne rote Blutkörperchen ist ein selbständiges, in sich abgeschlossenes, orgonotisches Energie-Bläschen. (...)
Die roten Blutkörperchen schrumpfen bei Adrenalin-Zusatz, sie quellen auf bei Kaliumchlorid-Zusatz, unterliegen also dem Gegensatz der Lust- und Angst-Funktion. (185)
Die Orgontherapie ist demzufolge weder psychische noch physiologisch-chemische, sondern biologische Therapie an Störungen der Pulsation des Lebensapparates. (208)
Diese künstliche Aufspaltung des Organismus ist irreführend: Es ist nicht richtig, dass ein psychischer Apparat sich körperlicher Phänomene bedient, und es ist nicht richtig, dass der körperliche Apparat nur chemischen und physikalischen Reaktionen gehorcht, aber weder will noch fürchtet. (209)
Die Entstehung der Krebszelle an einem bestimmten Ort ist in Wirklichkeit bloß eine Phase in der Entwicklung der Allgemeinerkrankung, die man Krebs nennt. (...)
Wenn die Allgemeinerkrankung, und nicht die lokale Geschwulst, das Wesentliche ist, dann muss logischerweise auch die Heilung des Krebses eine allgemeine sein, sie kann sich nicht mehr wie bisher auf die kleine Stelle am Körper beschränken, an der die Geschwulst tastbar oder sichtbar hervortritt. (227)
Die vollentwickelte Krebszelle ist nur das letzte Entwicklungsprodukt einer langen Reihe von krankhaften Vorgängen in den betreffenden Geweben, die bisher unerforscht waren. (232)
Die Fäulnis des Organismus lässt sich natürlich nicht an den Organen, sondern einzig am Blut und an den Exkreten feststellen und beurteilen. Da jeder Fäulnis Schrumpfungen und bionöser Zerfall vorangehen, müssen wir die Form und Funktion der roten Blutkörperchen genau beobachten. Gesunde rote Blutkörperchen sind prall, gespannt, bei 2000 x pulsierend. Blutkörperchen im Prozess der Schrumpfung sind kleiner, oft nicht oval, sonder rund, ihre Pulsation ist eingeschränkt oder sie fehlt vollkommen. Gesunde Blutkörperchen haben einen breiten und kräftig leuchtenden Orgonrand. Schrumpfende Blutkörperchen zeigen einen schmalen und blassen Orgonrand. (244-245)
Ich leugne mit guter Begründung, dass es einen Willen zu sterben gibt. Aber es gibt einen objektiv ablaufenden Sterbeprozess, der lange vor dem akuten Herzstillstand einsetzt. (257)
Unser Akkumulator aus organischen Stoffe außen und Eisenblech innen ist also gar nicht der harmlose Kasten, als welcher er erscheint. Er ist vielmehr ein biologisch höchst aktives System, (...). (323)
Die Orgontherapie ist nur ein Teil der sexualökonomischen Maßnahmen in der Bekämpfung der Biopathien. Orgon kann Gewebe aufladen und Expansion des Lebensapparates erzielen. Aber wenn das soziale Milieu den Organismus unausgesetzt zur Kontraktion, Resignation, Schrumpfung etc. drängt, dann kommt die Orgonapplikation der Füllung eines Fasses ohne Boden mit Wasser gleich. (329)
Der Kranke sitzt im Orgonakkumulator täglich ein- oder zweimal mit oder ohne Kleider. Die Bestrahlung dauert je nach der Reaktionsbereitschaft des betreffenden Organismus von etwa 15 bis etwas 45 Minuten. (338)
Eine sehr erfreuliche und zukunftsreiche Wirkung ist die Herabsetzung des Blutdrucks bei vaskulärer Hypertension. (339)
Die alten Heilmethoden mittels Schlammpackungen gingen von einer richtigen Voraussetzung aus: Schlamm ist bionöse Erde und daher sehr orgonreich. (345)
Die Bekämpfung der Biopathien wird eine der schwersten Aufgaben sein, die je dem Menschen und seiner Gesellschaft zufielen. (...) Die Lösung dieser Aufgabe wird aller Voraussicht nach die größte Umwälzung im Denken und Handeln erfordern, die die Menschen je zu leisten hatten. Sie wird nicht die Leistung einzelner, sonder eine Leistung der Gesellschaft sein. (405)
Es ist lebensgefährlich, Hilfe von gesellschaftlichen Institutionen zu erwarten, die ihre Existenz dem Mangel an Wissen verdanken. Was müsste man von Edison denken, hätte er materielle Unterstützung für den Ausbau der elektrischen Glühbirnen von den Produzenten der Gaslampen erwartet? Das athmosphärische Orgon ist die elektrische Glühbirne im Verhältnis zu den Gaslampen der chemischen Heilmittel. (415)