Ulrich Mies: Die Pentagon-Zeitbombe

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International - Zeitschrift für internationale Politik [IV/2017], S. 5 ff
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Die USA gaben nach SIPRI-Angaben 2016 mit 606,2 Milliarden $ für ihr Militär mehr aus, als die acht nachfolgenden Staaten zusammen (...). Das NATO-nahe Institut IISS (International Institute für Strategic Studies) errechnet für dasselbe Jahr zu laufenden Wechselkursen, dass die USA für ihr Militär etwas soviel Geld aufwandten, wie die 12 nachfolgenden Staaten zusammen.
Die Welt-Militärausgaben insgesamt erreichten nach SIPRI 2016 eine Höhe von 1,69 Billionen.  Allein auf die USA entfallen nach SIPRI-Berechnungen 36 Prozent der Welt-Militärausgaben. Russland als das alte und neue große Feindbild des Westen gab 2016 zum Vergleich 70,3 Milliarden $ für das Militär aus, die NATO-Staaten insgesamt zwölf Mal soviel wie Russland.

Unter Berücksichtigung aller Kostenpositionen, das heißt der zahllosen Kriegsvorbereitungen und Kriege,
> der etwa 800 Militärbasen in 70 Ländern (...)
geben die USA deutlich  über 1 Billion für den Gesamtkomplex des Tiefen Staates aus.

Fanklin C. Spinney, ca. 30 Jahre Pentagonmitarbeiter und nun Whistleblower, weist in seinen Analysen nicht nur auf die immer größeren Verteidigungsbudgets hin, sondern betrachtet auch die unmittelbaren Folgeschäden für die Verteidigung selbst und die Integrität von Politik insgesamt.  (PDF)

Bei Amtsantritt eines neuen Präsidenten, wie zum Beispiel bei Obama im Januar 2009, erbt dieser den langfristigen Verteidigungs-Budgetplan, der von seinem Vorgänger in den letzten 18 Monaten erstellt wurde. Schaut man sich die Unermesslichkeit des gesamten Verteidigungsbudgets an und berücksichtigt die Realitäten im Kongress, der sich den laufenden Ausgaben-Programmen verpflichtet fühlt, dann bleibt einem neuen Präsidenten wenig Spielraum, die eigenen politischen Absichten umzusetzen, so er denn über solche verfügt.  (8)