Indikationen: Schlechte Haut, Erkrankungen der Harnwege, Verdauungsstörungen, Allergien, Ermüdungs- und Erschöpfungszustände, Rheuma und Gicht.
- Aber nicht nur der Tee, sonder auch die Wurzeln und die frischen Stängel lassen sich therapeutisch einsetzen. Seit einiger Zeit wird zum Beispiel bei chronischen Prostataentzündungen und Reizblase ein Wurzelextrakt verschrieben. Die allgäuer Kräuterfrau Susanne Fischer verrät, wie man eine solche Tinktur herstellt: Die frischen Wurzeln werden gesäubert, klein geschnitten, und in ein Glas mit Schraubverschluss gefüllt. Mit 45%igem Alkohol aufgießen, 2-3 Wochen ziehen lassen, gelegentlich schütteln, abseien und in dunkle Tropfflaschen füllen. Dosierung: 3- mal 20 Tropfen täglich.
- Schmerzende, rheumatische Gelenke bearbeitet man mit frischen Brennnesselruten. Urtifikation wurde diese Behandlung genannt.
- Überall galt die Brennnessel als sicheres Liebes- und Lenzmittel. (...) Samen bewirken eine deutlich spürbare Kräftigung der Konstitution. Man kann sie im Herbst sammeln, trocknen uns bis zur nächsten Ernte im Glas aufbewahren. Brennnesselsamen sind eine Schatztruhe wertvollster konzentrierter Mineralien, Vitamine und Phytohormone. (...) Als immunstärkendes sind die Brennnesselsamen wahrscheinlich dem teuren, aus Korea importierten Ginseng ebenbürtig. Mit den Samen kann man nach Belieben Suppen würzen oder zur Stärkung einen Teelöffel pro Tag kauen. Die winzigen Nüsschen schmecken gut und werden beim Kauen recht schleimig, wie es sich für Träger von Lebenskraft gehört.
- Brennnesseln enthalten viel Eisen, bis zu sechs Prozent des Aschengehalts. Das Eisen der Brennnessel ist von großer biologischer Verfügbarkeit, es kann leicht von Organismus aufgenommen werden. (...) Werdende Mütter - so der Bergbauer Arthur Hermes, der Mystiker aus dem waadtländischen Jura - wären gut beraten, jeweils morgens, mittags und abends einen Esslöffel frischen Brennnesselsaft einzunehmen.
- Manche Gärtner bereiten aus der Brennnessel eine Jauche, die die Gemüsepflanzen nicht nur kräftig düngt, sondern auch gegen Schädlings- und Pilzbefall widerstandsfähiger macht.
- [Storl: Heilkräuter und Zauberplanzen, München 2007 (Knaur) ]