Unionsverlag, Zürich 2007
Der Roman erzählt immer wieder in Rückblenden und Zeitsprüngen von der Geschichte einer Familie (3 Generationen) in dem Dorf Gaomi zur Zeit der japanischen Besatzung.
Selbst eine alte Hexe mit pockennarbigen Gesicht kann mit Heirat rechnen, wenn sie kleine gebundene Füße hat. Niemand will ein Mädchen mit großen ungebundenen Füßen, selbst wenn sie das Gesicht eines Engels hätte. (117)
Der alte mit dem dunklen Gesicht und dem weißen Bart rief aus: Was meint ihr? Es war doch ein großer Sieg! Es gibt 400 Millionen Chinesen. Wenn sich jeder von uns über einen Japaner hermacht, was wird dann aus ihrem kleinen Land? Wenn 100 Millionen von und uns den Kampf auf Leben und Tod aufnehmen, werden sie alle ausgerottet, und von uns bleiben immer noch 300 Millionen. Also sind wir die Sieger! Kommandant Yu, es war ein großer Sieg. (172)
Vater, weinte mein Vater, Mutter liegt immer noch im Feld.
Mit einer Handbewegung sagte Großvater: Geh du! Nimm ein paar Leute mit und bring sie her!
Vater stürzte ins Hirsefeld. ein paar Leute mit Fackeln folgten ihm. Brennendes Öl fiel zwischen die Pflanzen. Zornig knisterten die brennenden Blätter, und als das Feuer sich ausbreitete, neigten die Halme ihre schweren Häupter und weinten mit heiserer Stimme.
Unter den Hirsehalmen, die Vater auseinanderbog, lag Großmutter auf dem Rücken. Ihre toten Augen blickten in den fernen, einzigartigen, sternenübersäten Himmel von Nordost-Gaomi. Kurz bevor sie starb, hatte sie mit lauter Stimme den Himmel angerufen, und der war von ihrem Schrei erschauert. Noch im Tod war ihr Angesicht zart wie Jade.(173)
Was sollen wir mit den toten Japanern tun, Kommandant Yu? fragte der Alte.
Wenn wir sie begraben, verpesten sie unseren Boden. Wenn wir sie verbrennen, wird unsere Luft nach ihnen stinken. Schmeißt sie in den Fluß und laßt sie nach Hause schwimmen! (176)
Sein Herz war ein warmer Teich, in dessen Tiefe sich Mondkröten tummelten und über dem dem Regenschwalben hin und her segelten. (178)
Schwägerin, sagte Großvater, meinst du, er ist mit nur einem in Ordnung?
Ich glaube schon. Einzehiger Knoblauch ist der schärfste.
Meinst du wirklich?
Mein jüngerer Bruder hatte von Geburt an nur einen, und du ahnst nicht, wie viele Kinder er hat.
Ach So! sagte Großvater. (290)
Seine Klagerufe entsprachen dem trockenen Normaltyp: Sie wurden mit ausdruckslosen, trockenen Augen ausgestoßen. Donner ohne Regen. Trockenes Klagen gilt als herzerweichender als tränenreiche Schreie, und viele Zuschauer waren von seiner Vorstellung zutiefst beeindruckt. (349)
Vom Kummer überwältigt, hockte er auf dem Boden. Onkel Luohan half ihm auf die Füße uns sagte: Direktor Ju, der Edle wartet ein Jahrzehnt, bis er Rache nimmt. Du solltest ins Dorf gehen und dich um alles kümmern, damit die Toten in Frieden ruhen können. (450)