Hermann Ploppa: HITLERS AMERIKANISCHE HELFER

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Die Eliten der USA als Geburtshelfer der Nationalsozialisten
Marburg an der Lahn 2016 (Liepsen Verlag)

Köln-Niehl ging in Flamme auf. Bloß die Ford-Werke blieben unversehrt. Und wie durch ein Wunder blieb die Zentrale des Chemierisen IG Farben, der mit Rockefellers Standard Oil liiert war, mitten in einem zur Mondlandschaft niedergebrannten Frankfurt stehen. (16)

Solidarität unter Menschen auf der unteren Stufenleiter, wie sie sich in Europa entwickeln konnte, gab es in den USA nicht. Der Grund lag darin, dass die Neueinwanderer aus allen Teilen der Welt sich im offenen Konkurrenzkampf um Jobs befanden. (18)

Das Drehbuch für die Weltherrschaft der USA lieferte Admiral Mahan. Der Geopolitiker sagte nämlich: wer die Meere beherrscht, hat die Kontrolle über die Wirtschaftswege. Demzufolge nahm eine gestärkte US-Marine der einstigen Kolonialmacht Spanien die Besitzungen Kuba und die Philippinen ab. Mit dem Erwerb von Hawaii war der Pazifische Ozean praktisch unter US-Kontrolle. Nach der Niederringung Spaniens standen als nächsten Gegner Deutschland und Japan auf der Agenda. (19)

Der Terminus Rassenaufartung sit eine Eindeutschung des Begriffes Race Betterment. US-Bundesregierung, philanthropische Stiftungen und die führenden Universitäten der USA taten sich 1903 zusammen, um die nationale Züchtung der nordischen Herrenrasse wissenschaftlich-methodisch voranzubringen. (...)
Demnach sollten die untersten zehn Prozent der Bevölkerung eliminiert werden. (20)

17.000 US-Soldaten begleiteten 1838 die Cherokees bei ihrem Trail of Teers, dem Pfad der Tränen, in die neue Zwangsheimat. 4.000 Chrokee-Indianer kamen dabei ums Leben. (...)
Die Indianer müssten in ihren Reservaten die Gesetze der USA anwenden. Das hatte unter anderem zur Folge, dass die Kinder der Indianer zwangsweise in Internate außerhalb der Reservate verbracht wurden. Dort mussten sie ihrer indianischen Identität abschwören und englische Namen annehmen; sie durften nur englisch sprechen. Das Beharren auf indianischer Sprache und indianischen Sitten wurde hat betraft. (27)

Die meisten Nordstaaten der USA schafften allerdings im Jahre 1800 die Sklaverei ab. (...) Aber erste der verlustreiche Bürgerkrieg zwischen den Süd- und den Nordstaaten brachte 1865 mit dem 13. Amendment ein gesetzliches Verbot der Sklaverei für alle Staaten der USA. (...)
Heiligaben des Jahres 1865 gründete sich in Pulaksi im Südstaat Tennessee der Ku Klux Klan. Zunächst von ehemaligen Offizieren der konföderierten Südstaatenarmee als Geheimbund gegen die Nordstaaten gegründet, verengte sich die Tätigkeit schnell auf den Terror gegen Nigger. (28)

Lynching war auf die Südstaaten der USA konzentriert, wurde aber auch in geringerem Umfang im Norden praktiziert. (...) Das Verschicken von Lynch-Postkarten erreicht einen solchen Umfang, dass der Postminister der USA ihre Versendung mit der Post 1908 offiziell untersagt. (...)
1946 wird zum ersten Mal in der Geschichte der USA ein Lynchmeister juristisch zur Verantwortung gezogen. (...)
Lynchmorde können Einzelpersonen treffen, die einer Dorfgemeinschaft schon länger aufgefallen sind. Neben sexualpathologischen Motiven kann auch eine Rolle spielen, dass ein Schwarzer eine Metzgerei in einem Ort aufmacht, in dem bereits ein weißer Metzger ein Geschäft betreibt. Oder man will sich die Immobilie eines schwarzen Mitbürgers als Eigentum einverleiben. (30)

Im Gegensatz dazu gibt es in einigen Bundesstaaten der USA radikale Elemente von Basisdemokratie. Dort werden die Polizeichefs, Richter oder sogar Schulleiter von den Bürgern direkt gewählt. (43)

Als erste größere Volksgruppe gelangten die Engländer nach Nordamerika. Und die Engländer sind nun mal weiß, angelsächsisch und protestantisch - die White Anglo Saxon Protestants (WASPs). (...)
Man verleibt sich mit der Annexion ehemals mexikanischer Territorien große Völkerschaften ein, die dem spanischen Kulturkreis angehörten und die katholisch getauft waren. (46)

Wertvolle Errungenschaften, die die Neurreichen in den gemeinsamen Pool der anspruchsvollen Kunst der Herrschaftserhaltung einbringen, stellen ihre Stiftungen dar. (...) Über Stiftungen lassen sich zudem gigantische Vermögenswerte über Generationen hinweg zusammenhalten. (...) Das große Interesse der Carnegie-, Rockefeller- oder Kellogs-Stiftungen wendet sich immer mehr der Frage zu: wie soll die Gesellschaft in Zukunft aussehen, (...).
Die alteingesessenen Neuengländer bezeichnen sich als Natives. Die sind demzufolge die rechtmäßigen Eingeborenen Nordamerikas. (...) Diese überlegene nordische Herrenrasse darf sich nicht mit anderen Rassen vermischen, (...).
Die Demokratie ist zu verwerfen, denn sie bewirkt die Degeneration der nordischen Rasse. (47)

Am wenigsten kann eine Demokratie auf Erfolg hoffen ohne eine eigene Elite. Der Dreh- und Angelpunkt der Demokratie ist die naturgegebene Ungleichheit; ihr Ideal die Auslese der Geeignetsten. Freiheit ist weit wertvoller als Gleichheit, und die beiden zerstören sich gegenseitig. [Nicholas Murray Butler, 1907] (57)

Alle Spitzenpolitiker der USA sind sich damals völlig einig, dass das Volk von einer kleinen Elite mit ebenso diskreter wie harter Hand geführt werden muss. Am besten in einem autoritären Regierungsstil. (59)

Denn Spanien hatte die Philippinen mitsamt lebendem Inventar mittlerweile im Vertrag von Paris am 10.12.1898 für 20 Millionen Dollar an die USA verkauft. (65)

Wo immer auf diesem Globus sich eine gute Möglichkeit für Handel ergibt, können wir davon ausgehen, dass wir dort die Deutschen und die Amerikaner in leidenschaftlicher Rivalität ringen sehen ... Die Amerikaner ihrerseits sehen fast überall die hart arbeitenden, energischen Deutschen als wichtigsten Konkurrenten. [A.C. Coolige 1908] (68)

Eigentümer und Manager von Fabriken aller Größenordnungen sind seit 1895 in der National Association of Manufacturers (NAM) organisiert. (72)

Bereits im August 1914 betrat Henry Pomeroy Davison, seines Zeichens Miteigentümer der weltweit größten Bank J.P. Morgan, die Hallen der ehrwürdigen Bank of England und stützte mit Verträgen und Kreditzusagen die englischen und französischen Kriegsanstrengungen. (84)

Nach vielem Gerangel mit Politikern und der Öffentlichkeit wird die Federal Reserve Bank schließlich 1913 eingerichtet. Die Fed (...) ist eine private Einrichtung, deren Vorstand vom US-Präsidenten ernannt wird. (...)
Also: das Bankhaus Morgan hat zwischen 1914 und 1921 aus eigener Schatulle 24 Milliarden an Krediten den Staaten Großbritannien und Frankreich gewährt. (85)

Wir sind jetzt auf einem guten Weg, die Herren der Welt zu werden. Je mehr wir handel mit den Allierten stimulieren, und je mehr Anleihen wir diesen ausländischen Staaten gewähren, ums mehr vergrößern wir unsere Vorherrschaft. (...)

Alles in allem haben die USA im Krieg aus öffentlichen Mitteln 7,1 Milliarden Dollar an die Entente gegeben, und unmittelbar nach dem Krieg noch einmal 3.3 Milliarden Dollar. Von diesen 10,4 Milliarden Dollar sind lediglich eine Milliarde wieder in die Staatskasse zurückgeflossen. (86)

(...) sah Wilson 1912 Deutschland als den Hauptkonkurrenten um die wirtschaftliche Weltherrschaft. (...) Die US-Wirtschaft wächst so schnell, dass sie aus allen Nähten platzt. Dafür ist Eroberung neuer Exportmärkte unerlässlich, und nicht nur den Schutz vor billigen Importen Made in Germany,meint Präsident Wilson in seiner Rede 1912 (...). (87)

Zweifellos sieht Kellor in dem Krieg eine erstklassige Gelegenheit, die Situation der Einwanderer zu stabilisieren, indem sich die Einwanderer als vorbildliche Staatsbürger präsentieren. (...)
Die unmittelbar vor uns liegende große Aufgabe besteht in der Mobilisierung und Amerikanisierung; das Zusammenschweißen der vielen Rassen und Klassen in diesem Land in eine dauerhafte, standfeste und effiziente Nation [Frances Kellor 1916]. (89)

Der Kongress erklärte am 6.4.1917 Deutschland den Krieg.
In der New Yorker Börse sangen dreihundert Broker die amerikanische Nationalhymne. Der Aktienkurs raste steil nach oben. (...)
Die Amerikanische Industrie, die bereits vollkommen eingestellt war auf Produktion und Belieferung der Aliierten, sah schon vor sich Liquidierung, Umstrukturierung und sogar Ruin bei dem bloßen Geflüster vom Frieden; jetzt konnte sie wieder frei atmen [Harold Lasswell 1927] (92)

Hätten die USA nicht in den Krieg eingegriffen und die faulen Kredite übernommen, so kann mit Sicherheit gesagt werden, dass einige oder die meisten privaten Schulden unbeglichen geblieben wären, wie es mit den öffentlichen Anleihen der Fall war. [Koistinen 1997] (93)

Die Division of Civic and Educational Cooperation versorgt Multiplikatoren wie zum Beispiel Lehrer vierzehntägig mit Rundbriefen zur Politischen Bildung. (...)
Die Advertising Division lieferte Werbeanzeigen für die gute antideutsche Sache. In der Filmabteilung produzieren der uns schon als Ku Klux Klan-Verherrlicher bekannte D.W. Griffith zusammen mit Charles Chaplin und Mary Pickford Filme. Horrorschinken wie The Kaiser, the Beast of Berlin machen aus Deutschen entmenschlichte Ungeheuer. (...)
75.000 Four-Minute-Men predigen in Kurzansprachen nicht länger als vier Minuten, die Mobilisierung der ganzen Nation für den Krieg. Die Rede endet mit einer Aufforderung, Kriegsanleihen zu zeichnen. Die im Schnellgang ausgebildeten Freiwilligen halten in 5.200 Gemeinde der USA in Kinos, Gemeindehäusern und auf öffentlichen Plätzen insgesamt 750.190 Kurzansprachen. (98)

Teil II Auslese und Züchtung - Eugenik und Euthanasie

Für die Ziele der eugenischen Studie und beim Ausarbeiten einer Politik der Vernichtung erscheint es angemessen, die antisozialen Spielarten des amerikanischen Volkes auf 10% der Gesamtbevölkerung anzusetzen; aber auch das ist nur eine willkürliche Schätzung. Ungeachtet dessen, auf welcher Stufe des rassischen Fortschritts sich ein Volk befinden mag, wird es immer im Interesse eines dauerhaft weiter gehenden Fortschritts wünschenswert sein, das unterste Niveau abzuschneiden und bei den Begabten ein höheres Maß an Fruchtbarkeit zu fördern. [Eugenics Record Office, Bulletin 10A: 1914] (132)

Unter der Voraussetzung der gegenwärtigen Schätzung wird es notwendig werden, annähernd 15 Millionen Personen zu sterilisieren - beginnend mit 92.400 pro Jahr 1915, und dann ansteigen auf 415.000 pro Jahr 1980 [ERO Bulletin]. (134)

Den weltweiten Gültigkeitsanspruch US-amerikanischer Eugenik betont 1912 der stellvertretende Landwirtschaftsminister und Initiator der American Breeders Association, Wilet Hays, in seinem Artikel Constructive Eugenics. Jeder Erdenbürger soll eine elfstellige Kennnummer zugeteilt bekommen. Aus diesem Code soll sich die Abstammung ablesen lassen; dazu kommen Daten für ein genetisches Rating. (135)

[Dr. John Harvey] Kellog lehnt für sich persönlich jede sexuelle Betätigung kategorisch ab und hat Methoden gegen Masturbation entwickelt. Der keusche Doktor tritt entschieden für die Rassentrennung ein, um die nordische Rasse vor Schaden zu bewahren. 1906 gründet Kellogg zusammen mit Davenport und Irving Fisher die Race Betterment Foundation. In dieser Stiftung für Rassenaufartung soll die Arbeit der ERO ergänzt werden durch eine eigene Sammlung von Daten der US-Bürger. (137)

Die Zukunft der nordischen Rasse, und damit der menschlichen Rasse, hängt davon ab, dass die englischsprachigen Völker zusammenstehen ... Deshalb ist es offenkundig, dass für die Fortführung freundschaftlicher Beziehungen zwischen Amerika und England die große Garantie für den Weltfrieden darstellt; und jede Propaganda, die diese Eintracht zur zerreißn sucht, muss angesehen werden als die Inszenierung des Erzverräters gegen die Sicherheit der gesamten nordischen Rasse. (140)

Zwischen März und Mai 1924 passiert den Immigration Act beide Häuser des Kongresses. (...) Ab sofort wird die Quote jeder Ethnie auf zwei Prozent herabgesetzt. Als Bezugspunkt gilt jetzt die Volkszählung von 1890. (...)
Die Tür für Juden und Osteuropäer fällt endgültig zu. (...)
Aus der Sicht der Eugeniker ist die quotierte Einwanderungsgesetzgebung eine Abwehrmaßnahme, um den Zustrom von noch mehr unwertem Leben zu verhindern. Zu den offensiven Maßnahmen für die Aufartung der besten Rasse gehört das Mittel der Unfruchtbarmachung der Minderwertigen. (145)

Bis 1940 kommen noch einmal 30.000 Sterilisierte oder Kastrierte hinzu. Ohne Vorwarnung tauchen Sheriffs bei Familien auf und verschleppen Kinder und Frauen, um sie in Heimen und Lagern zu internieren und unfruchtbar machen zu lassen. (...)
In den USA haben 27 Bundesstaaten teilweise bis in die Sechziger Jahre des Zwanzigsten Jahrhunderts hinein die Heirat oder auch nur den sexuellen Kontakt von Menschen unterschiedlicher Rassen strengstens untersagt. (147)

Um noch mehr die Herzen des einfachen Volkes zu erreichen, wird 1922 die American Eugenics Societey gegründt. Ihr erster Präsident ist Irving Fisher. (148)

Davenport untersucht zusammen mit dem Zoologen Morris Steggerda in den Jahren 1927 bis 1929 die Auswirkungen von Rassenkreuzungen in Jamaika. Neu ist bei dieser Feldstudie der Einsatz von Hollerith-Lochkarten der Firma IBM zur Erfassung und Auswertung der Daten. Black bewertet diese Zusammenarbeit von Eugenik und modernster Statistikerfassung als Probelauf für die Judenverfolgung in Deutschland. [Edwin Black 2003]. (149)

Am 27. September 1929 treffen sich führende Eugeniker aus Schweden, Norwegen, Niederlande, Italien, Großbritannien, Deutschland und den USA in Rom bei Mussolini, um gemeinsam die weltweite Kartierung und Invertarisierung aller Mischlinge in Angriff zu nehmen. (150)

Bis 1940 hat die Rockefeller Foundation die für damalige Verhältnisse astronomische Summe von vier Millionen Dollar in die deutsche Humanbiologie unter Nazi-Regie investiert [Weindling 1988]. Nutznießer ist unter anderem die Deutsche Forschungsanstalt für Psychiatrie (Kaiser-Wilhelm-Institut) in München, geleitet vom Präsidenten des Welt-Dachverbandes der Eugenik, IFEO, Ernst Rüdin.
Einen zweiten Schwerpunkt bildete das Kaiser-Wilhlem-Institut für Hirnforschung in Berlin-Buch (...). Die Forscher in Berlin-Buch arbeiteten mit den präparierten Gehirnen von Euthanasieopfern. (151)

Die Auslese der Menschen nach genetischen Kriterien ist - gerüstet mit immer feineren Mechanismen der Erkennung - weltweit auf dem Vormarsch.
Die Eugenik ist verschwunden. Das Prinzip der Auslese dagegen ist stärker als je zuvor. (153)

Der Film heißt The Black Stork, also: Der Schwarze Storch. Interessierte Kreise werfen gigantische Gelder in die nationale Verbreitung und Bewerbung des Streifens, der bis in die Vierziger Jahre hinein zum nationalen Dauerbrenner avanciert. Diese Eugenic Lovestory wird mithilfe gigantischer Werbebanner mit dem Text: Töte Behinderte. Rette die nation und schau dir den Schwarzen Storch an. angepriesen. (158)

Wer aber gemordet, (...) einen Raubüberfall begangen, wer Kinder entführt, den Armen ihre Ersparnisse abgeknöpft hat, die Menschen in wichtigen Dingen mißleitet hat, mit dem sollte in humaner und wirtschaftlicher Weise Schluss gemacht werden; in kleinen Anstalten für schmerzloses Tötung, wo es die dazu geeigneten Gase gibt. (...) Die Moderne Gesellschaft muss endlich entschlossene grundsätzliche Maßnahmen treffen, und zwar mit dem Endziel, dem normalen Individuum zu seinem Recht zu verhelfen. [Alexis Carrel: Der Mensch - Das Unbekannte Wesen; Stuttgart 1950, S. 422]. (161-162)

(...) 1924 im US-Bundesstaat Virginia in Kraft getretene Racial Integrity Act. (...)
Bei der Heirat ist ein Rassenregistrierungs-Zertifikat mitzubringen, ausgestellt vom Bereau of vital Statistics, aus dem einwandfrei hervorgeht, dass die Heirataspiranten hundert Prozent weißer Rasse sind. (169)

Die Amercian Eugenics Society existiert noch heute. Seit 1972 heißt sie: Society for the Studiy of Social Biology. Die Vereinszeitschrift Eugenics: A Journal for Race Betterment heißt heute ganz unspektakulär Social Biology. (171)

Das Außenministerium der USA, das State Department, war bis weit in die Fünfziger Jahre des Zwanzigsten Jahrhunderts hinein eine Hochburg des Antisemitismus (...). Und der stellvertretende Verteidigungsminister John McCloy unterband energisch, dass US-amerikanische Bomber die Eisenbahngleise nach Auschwitz bombardieren, obwohl die Bomber sowieso auf ihren Flug zu schlesischen Ölraffinerien diese Gleise überflogen, und die Zerstörung der Gleise nur eine Kontraktion des Zeigefingers durch die Piloten erfordert hätte. (238)

1938 kann Henry Ford in Detroit mit 1.500 erlauchten Gästen seinen 75. Geburtstag feiern. Vor der munteren Gratulationsgesellschaft überreicht der deutsche Konsul dem Geburtstagskind den Adlerorden des Deutschen Reiches mit den herzlichsten Grüßen vom Führer Adolf Hitler. (233)

Dies sind Ideen, die Ford in seinem Buch Mein Leben und Werk ausbreitet. Der Tüftler und Superunternehmer entfaltet vor seinen Lesern die Vision einer nachaltigen Wirtschafsweise, die keine Abfälle hinterlässt und technische Anlage multifunktional plant, sodass aus möglichst wenig Material größtmöglicher Nutzen ziehen lässt. (...) Gemeinschaftsschädliche Finanzspekulation durch Heuschrecken sollten verboten werden. (235)

1940 wurden alleine 1000 Beschäftigte im Detroiter Ford-Werk wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft fristlos entlassen. (240)

(...) Bericht, den der stellvertretende Präsiden des bayerischen Landtags, Erhard Auer, an Reichspräsident Friedrich Ebert 1922 geschickt hat. Darin heißt es:
Der bayerische Landtag besitzt seit langem Informationen darüber, dass die Hitlerbewegung zum Teil durch einen amerikanischen antisemitischen Führer, Henry Ford, finanziert wird. (261)

Nachdem die Hyperinflation beseitigt war, wurde US-amerikanisches Geld in Deutschland hineingepumpt. Ausgerechnet im Katastrophenjahr 1929 kauft General Motors die deutsche Autofabrik Adam Opel AG. Ford (...) eröffnet 1925 seine Produktion in Deutschland. (...)

Der Chemiegigant IG Farben erwirbt 40% der Aktien der deutschen Ford AG. IG Farben-Direktor Carl Bosch wird in den Vorstand der deutschen Ford AG berufen. (...)
Als Hitler an die Macht kommt und schnell die Alleinherrschaft festigen kann, gehört der zügige Ausbau des Straßennetzes in Deutschland zu seinen ersten Maßnahmen. (...) Denn General Motors und Ford bringen es bei Hitlers Machtantritt auf 70% Marktanteil in Deutschland.
Der berühmte Autobahnbau geschieht zunächst nicht vorrangig aus mlitärstrategischen Gründen, sondern um den Autoverkauf zu stimulieren. Autofahren wird unter Hitler steuerlich begünstigt. (264)

Um im Krieg einen sicheren Rechtsstatus zu haben, findet 1939 die Eindeutschung als Ford-Werke AG statt. (...) Ford stellt jetzt 60% der Panzer- und Kettenfahrzeuge für die Wehrmacht her. (...)
Während Köln durch Bomben flächendeckend eingeäschert wurde, machten die alliierten Bomber immer einen unerklärlichen Bogen um Fords Rüstungsschmiede in Köln-Niehl. (...)
Für die USA produzierte Ford 8.000 B-24-Bomber, 60.000 Flugzeugmotoren und 250.000 Stück sonstiges militärisches Gerät, vor allem Panzer und Panzerabwehrgeschütze. (...)
Ford hat sich rechtzeitig auf beiden Seiten der vorauszusehenden Frontlinie des Zweiten Weltkriegs an vorderster Position platzieren können. (265)

Auch nach der Abschaffung des Sklaverei herrschte bis 1965 in den Vereinigten Staaten ein Apartheitssystem. (...)
Es handelt sich bei den Eliten um eine hauchdünne Minderheit, sie sich immer mehr gegen das gemeine Volk abschirmt. (...)
Es gibt zwei Fraktionen in der Oligarchie. Da sind zum einen die Bluebloods. (...)
Zu den Neuenglischen Adligen gesellen sich die aggressiven Robber Barons: die Rockefellers, Carnigies und Dillons und andere. (268)

Die Grundlagen der NS-Propaganda stammen aus den USA, und sie wurden im Ersten Weltkrieg vom Council on Public Information erarbeitet. (273)

Am Fließband erlassen die Nazis Gesetze zur Förderung von Kartellen. Die mittelständische Wirtschaft wird durch administrative Akte geknebelt. (...) Zu nennen sind die Kartellverordnung vom 15.7.1933; oder die Säuberung des Einzelhandels von kleinen, angeblich unrentablen Betrieben am 16.3.1939; oder die entschädigungslose Liquidation von Handwerksbetrieben am 22.2.1939. (...)
Nach der marktradikalen Kur der Nazis befinden sich nur noch 7% aller Firmen in staatlicher Hand. (...)
Nach Schätzung des Deutschen Instituts für Konjunkturforschung sind alle in Deutschland produzierten Rohstoffe und Halbfabrikate sowie etwa die Hälfte aller industriellen Fertigprodukte durch Monopol oder Kartellabsprachen gebunden. (280)

Die Träume der Eugenics Record Office werden Wirklichkeit: die gesamte Bevölkerung Islands ist bereits genetisch erfasst. (...)
Am gefährlichsten ist allerdings die neue Welle der Übernahme öffentlichen Eigentums in den Besitz private Hände. (282)