nach Storl 2007
Für die germanischen Stämme galt der Beifuß wohl als die mächtigste aller Pflanzen. Mugwurz, als Machtwurz, nannten sie ihn. (71)
In kaum einer anderen Pflanze manifestiert sich diese Göttin der weiblichen Mysterien so stark wie im Beifuß. Die gynäkologische Anwendung der Pflanze ist universal. sie ist bei den Indianern ebenso wie bei den Indern und Chinesen belegt. Wahrscheinlich schon in der Steinzeit benutzen Frauen Artemisia-Arten als Sitzbad, um die Menstruation anzuregen, oder tranken sie bei der Geburt, um die Nachgeburt oder eine toten Fötus abzutreiben. (73)
Noch lange nach der Bekehrung zum Christenglauben sammelten die Bauern zur Johanniszeit Beifuß und steckten die Zweiglein über die Haustür oder unter das Dach, um den Blitzschlag abzuwehren. (77)
Beifußgewürz: Kurz vor der Blüte gesammelte, getrocknete und zerriebene Zweigspitzen dienen zum Würzen von Fleischspeisen, Fisch, Gemüse und Pilzen. (...) Gewürz trockenen und lichtgeschützt aufbewahren. (81)
Der Römer Plinius schreibt dazu: Der Saft der Pflanze, auf den Körper gerieben, gibt viel Kraft, in die Schuhe gelegt oder an das Bein gebunden, schützt sie den Wanderer vor Müdigkeit. (86)
Beifußtee: Das blühende Kraut kann von Juli bis September gesammelt werden. Wie alle Heilpflanzen an einem luftigen, schattigen Ort trocken und gut verschlossen aufbewahren.
Aufguss: 1 Teelöffel pro Tasse mit kochendem Wasser übergießen, zehn Minuten in geschlossenen Gefäß ziehen lassen. 3-mal täglich eine Tasse schluckweise trinken.
> bei Appetitmangel, Blähungen, Magen- und Darmkrämpfen.
> Zur Förderung der normalen Monatsblutung.
> Im Kopfkissen als Kraut gegen Schlafstörungen.