Ossietzky 7 /26.3.2016

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Autor Ralph Harmann, S. 244-245 zitiert Wolfgang Herles in einem Deuschlandfunktinterview vom 29.1.2016

Er war Redakteur für Report München, Tagesschau und Tagesthemen, in den 1980er Jahren stellvertretender Hauptredaktionsleiter Innenpolitik beim ZDF und Leiter des Bonner Hauptstadtstudios, in dem er für die Konzeption und Moderation für die Politmagazine Bonn direkt und Was nun, Herr ... verantwortlich zeichnete. Von 2000 bis 2015 schließlich war er Redaktionsleiter und Moderator der ZDF-Kultursendung aspekte.  Sein Name ist wahrlich nicht unbekannt: Wolfgang Herles. Im sogenannten Medienquartett des Deutschlandfunks machte er höchst bemerkenswerte Ausführungen, die es verdienen, im Wortlaut zitiert zu werden.
"Wir haben ja das Problem, dass  - jetzt spreche ich wieder überwiegend vom Öffentlich-Rechtlichen - dass wir eine Regierungsnähe haben. Nicht nur dadurch, dass überwiegend so kommentiert wird, wie es der Großen Koalition entspricht, dem Meinungsspektrum, sondern auch dadurch, dass wir vollkommen der Agenda auf den Leim gehen, die die Politik vorgibt. Das heißt, die Themen, über die berichtet wird, werden von der Regierung vorgegeben ...." Als der Moderator Christian Floto ihn  an dieser Stelle unterbrechen wollte, fuhr er, einmal in Fahrt gekommen, fort: "Also wir gehen der Agenda auf dem Leim. Und es gibt tatsächlich, das muss ich jetzt an der Stelle doch nochmal sagen, weil es ja in der öffentlichen Diskussion ist, es gibt tatsächlich Anweisungen von oben. Auch im ZDF sagt der Chefredakteur: Freunde, wir müssen so berichten, dass es Europa und dem Gemeinwohl dient, und da braucht er in Klammern gar nicht mehr dazu [zu] sagen, wie es der Frau Merkel gefällt.  Solche Anweisungen gibt es. Die gab es auch zu meiner Zeit. Es gab eine schriftliche Anweisung, dass das ZDF der Herstellung der Einheit Deutschlands zu dienen habe, und das ist was anderes, als zu berichten, was ist. Wir durften damals nichts Negatives über die neuen Bundesländer sagen. Heute darf man nichts Negatives über die Flüchtlinge sagen. Das ist Regierungsjournalismus, und das führt dazu, dass Leute das Vertrauen in uns verlieren. Das ist der Skandal."

Zitat ab 27:47

 

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