Marie NDiaye: Rosie Carpe

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Frankfurt am Main 2005 (Suhrkamp)

Rosie flüchtet, nachdem sie sich zweimal ungewollt hat schwängern lassen, aus der französischen Provinz und folgt ihrem Bruder nach Guadeloupe.

Sie verspürte dieselbe Angst, die Titis Herz und Geist ständig erfüllte, jenes trostlose, geheime, wilde Entsetzen, das nur im düsteren, bitter bestätigten Glauben an die unabwendbare Traurigkeit des Lebens Linderung fand. (14)

Wenn der schmutzige Hund von früher auch Lazares Gestalt angenommen hatte, so deutete doch nichts darauf hin, dass andere Hunde ihre menschliche Zuflucht in Titis Haut oder Rosies Bauch gefunden hatten. (231)

(...) und er sagte sich, dass in Rosies Kinobesuch wieder alle Vernunft eine Art Sorglosigkeit lag, die ihm selbst nicht gegeben war, als wäre er, solange er sich um Titi kümmerte, für alles verantwortlich, was dem Kind Schlimmes zustieß, als wäre er infiziert und zersetzt von diesem unrechtmäßigen Übel, das Titi umbrachte. (253)

Er selbst [Lagrand] verfügte über keine dieser Fähigkeiten, sich zu berauschen, sein wahres ich zu vergessen. (261)

Rose-Marie ist als Mächen geboren, obwohl ich auf einen Jungen gehofft hatte, Monsieur Lagrand. Aber ich bedaure es nicht mehr. Sie ist ein wahres Wunder und reines Gold wert. (334)