Berlin 2017 (Manifest Verlag)
Das Monopol ist das letzte Wort der jüngsten Entwicklung des Kapitalismus. Doch würde unsere Vorstellung von der tatsächlichen Macht und Bedeutung der modernen Monopole höchst ungenügend, lückenhaft und eingeengt sein, wenn wir die Rolle der Banken außer acht ließen. (37)
(...) wie das Wirtschaften der kapitalistischen Monopole im allgemeinen Milieu der Warenproduktion und des Privateigentums unvermeidlich zur Herrschaft der Finanzoligarchie wird. (57)
Eine besonders gewinnbringende Transaktion der Finanzkapitals ist auch die Spekulation mit Grundstücken in der Umgebung schnell wachsender Großstädte. (68)
Für den neuesten Kapitalismus, mit der Herrschaft der Monopole, ist der Export von Kapital kennzeichnend geworden. (74)
Solange der Kapitalismus Kapitalismus bleibt, wird der Kapitalüberschuss nicht zur Hebung der Lebenshaltung der Massen in dem betreffenden Lande verwendet - denn das würde eine Verminderung der Profite der Kapitalisten bedeuten -, sondern zur Steigerung der Profite durch Kapitalexport ins Ausland, in rückständige Länder. (...)
Die Notwendigkeit der Kapitalausfuhr wird dadurch geschaffen, das in einigen Ländern der Kapitalismus überreif geworden ist und dem Kapital (...) ein Spielraum für rentable Betätigung fehlt. (75)
Der Kapitalexport wird zu einem Mittel, den Warenexport zu fördern. (78)
Der Kampf [ums Petroleum] musste mit einer völligen Niederlage der Deutschen Bank enden, was 1907 auch der Fall war. Es blieb ihr nur die Wahl: entweder ihre Petroleuminteressen mit Millionenverlusten zu liquidieren oder sich zu unterwerfen. Sie wählte das letztere und schloss einen für die Deutsche Bank sehr ungünstigen Vertrag mit der Standard Oil. Auf Grund dieses Vertrags verpflichtet sich die Deutsche Bank, nichts zum Nachteil der amerikanischen Interessen zu unternehmen; (...). (84)
Wir sehen hier anschaulich, wie sich in der Epoche des Finanzkapitals private und staatliche Monopole miteinander verflechten und die einen wie die anderen in Wirklichkeit bloß einzelne Glieder in der Kette des imperialistischen Kampfes zwischen den größten Monopolisten um die Teilung der Welt sind. (86)
Unzweifelhaft ist daher die Tatsache, dass der Übergang des Kapitalismus zum Stadium des Monopolkapitalismus, zum Finanzkapital, mit einer Verschärfung des Kampfes um die Aufteilung der Welt verknüpft ist. (92)
[Fünf grundlegenden Merkmale des Imperialismus]
- Konzentration der Produktion und des Kapitals, die eine so hohe Entwicklungsstufe erreicht hat, dass sie Monopole schafft, (...).
- Verschmelzung des Bankkapitals mit dem Industriekapital und die Entstehung einer Finanzoligarchie (....);
- der Kapitalexport (...);
- es bilden sich internationale monopolistische Kapitalistenverbände, (...);
- die territoriale Aufteilung der Welt unter die kapitalistischen Großmächte ist beendet. (105)