- Regie/Drehbuch: Francois Ozon
- Literarische Vorlage: "El chico de la última fila" von Juan Mayorga
- Kamera: Jérome Alméras
- Schnitt: Laure Gardette
- Darsteller: Fabrice Luchini (Germain), Ernst Umhauer (Claude), Kristin Scott Thomas (Jeanne), Emanuells Seigner (Esther)
Gesehen am 23.12.2012 im Theatiner (München)
Plot
Der Lehrer Germain versucht, einen literarische begabten Schüler individuell zu fördern. Als sich herausstellt, dass Claude seine Texte über einen Mitschüler und dessen Familie, die er observiert, verfasst, schreckt dies Germain nicht ab. Vielmehr versucht er gezielt, sein Schreiben aktiv zu beeinflussen. Ab dem Zeitpunkt, wo Germain sogar eine Mathe-Test für seinen Zögling illegal kopiert, nur damit Claude weiter seine Texte verfasst, mischen sich Fiktion und Realität. Germain ist den realen Folgen seiner literarisch motivierten Initiativen bzgl. Claudes bald nicht mehr gewachsen. Die vermeintliche fiktive Geschichte entgleitet seiner Kontrolle und er landet in der dann für ihn harten Realität.
Kommentar
Geniales Drehbuch spannend und witzig umgesetzt. Die Kamerabilder spiegeln anfangs nur die von Claude literarisch verfassten Texte. Dadurch, dass die Texte zunehmend Einfluss auf das reale Handeln der Personen gewinnen, mit drastischen Konsequenzen, verschmilzen die beiden Ebenen Realität und Fiktion auf geniale Weise. Man könnte den Film wohl auch als eine Hymne an die Kraft des geschriebenen Wortes ansehen. Von daher rührt auch mein einziger Kritikpunkt: Der Film enthält - wegen der permanenten literarischen Spiegelung dessen, was passiert ist oder vermeintlich passiert ist, sehr viel Text.