Gerechtes Geld
(Dieter Suhr *1939 +1990)
"So ist die Wirtschaft kraft der Eigenschaften unseres Geldes darauf programmiert, dass die Wohlhabenden durch die Produzenten und Verbraucher beständig subventioniert werden. Das ist umso absurder, als in diesem monetären Spiel diejenigen, die etwas leisten wollen oder Bedürfnisse haben, ausgerechnet die anderen subventionieren, die ohnehin schon mehr Geld als Bedarf haben." (12)
"Das Geld in der Kasse repräsentiert eine Leistung, die in die Volkswirtschaft eingegeben wrude, und wenn es in der Kasse zurückgehalten wird, dann bleibt die Volkswirtschaft auf einem Teil dessen sitzen, was andere in sie an Leistungen eingegeben haben. " (12)
"So stellen Zinsen zwar sehr wohl eine exakte Gegenleistung dar - auch ein Einkommen, das nach den Spielregeln der Geldwirtschaft durchaus legar erworben wurde -, aber rechtsethisch ist dieses Einkommen nicht legitimierbar (...)" (12)
"Wer also den Geld-Joker in der Hand hat, hat Spielvorteile im Wirtschaftsspierl und kann diese Joker-Vorteile in Verhandlungssituationene ausspielen. Ein Gemeinwesen also, das solches Geld, wie wir es haben, für die Vermittlung von Tauschgeschäften zur Verfügung stellt, ergreift Partei für die Geldbesitzer, denen es einen durchschnittliche besseren Tauschgegenstand in die Hände gibt als den anderen. Insofern kann und muss man von einer kapitalistischen Parteilichkeit unseres derzeitigen Geldes sprechen." (13)
"Die Vorteile des Kapitals gegenüber den anderen Beteiligten sind zu Institutionen unserer Rechtsordnung geronnen und gesetzlich kodifiziert worden. Sie sitzen uns so tief in den Gewohnheiten und Institutionen, dass sie uns vollkommen legitim zu sein scheinen." (14)
"So ist die Wirtschaft durch die Geldordnung auf Nachfragerückgang programmiert, und der Nachfragerückgang erzeugt Arbeitslosigkeit. So ist auf lange Sicht in unserer Geldordnung eine strukturelle Arbeitslosigkeit geradezu angelegt." (15)
"Kennt man die Ursachen, wird verständlich, warum wir um Erreichung der Vollbeschäftigung willen scheinbar zu Wachstum verurteilt sind: Wenn durch die Kassen ohne Bedarf wachsende Ströme von Einkommen ohne Leistung fließen, dann muss die monetäre Lücke, die in der übrigen Wirtschaft dadurch gerissen wird, irgendwie wieder ausgefüllt werden." (15)
"Wir sind also nicht deshalb auf dem Weg in eine verhängnisvolles Wachstum, weil unsere Bedürfnisse explodieren, sondern im Gegenteil: weil immer merh Geldder druch Kassen von Menschen strömen, die viel mehr Geld als Bedarf haben. So paradox es ist, aber der derzeitige pathologische Wachstumszwang breruht darauf, dass Menschen, die keinen realen Bedarf mehr haben, über zu volle Kassen verfügen, so dass sie nur noch den abstrakten pathologischen Badraf nach Zinsen und Renditen entwickeln, was mit Vollbeschäftigung nur so lange noch eben vereinbar bleibt, wie die Wirtschaft etwa so schnell wächst wie das Einkommen ohne Leistung, das durch die Kassen ohne Bedarf strömt." (15)
"Die Geldordnung darf nicht länger eine verdeckte Subventionsordnung sein, die zu einer beständigen und zunehmenden Umverteilung von unten nach oben führt. Auch diese Umverteilung hört genau dann auf, wenn die Geldordnung dem Geldbesitzer nicht länger ermöglicht, die Vorteile monetärer Liquidität kostenlos auszubeuten." (16)
Geldschöpfung und keine Ende
von Dirk Löhr
"Versteht man unter Sparen im volkswirtschaftlichen Sinne den realwirtschaftlichen Aufbau von Vermögenswerten zum Zweck des späteren Gebrauchs / Verbrauchs, so kann man in Land nicht sparen. Man kann lediglich den Wert von Land aufblasen - mit dem Risiko, dass diese Blase irgendwann einmal platzt. Ähnliches gilt für Beteiligungen an Unternehmen." (...) Fazit: Heikel wird es für die Wirtschaft insbesondere bei kreditfinanzierten Immobilienbooms." (22)
"Das Problem liegt vielmehr darin, das rententragende, nicht abnutzbare Vermögenswerte (v.a. Grund und Boden sowie Unternehmensanteile) von den ausgegebenen Krediten gekauft werden können. Dies führt zu immer größeren Geldmenen, denen keine Güter und Dienstleistungen gegenüberstehen, un ddie nicht wieder vernichtet werden können. Die Folge ist eine Assetpreisinflation.
Die sauberste Lösung wäre die Dekapitalisierung von Land über eine Bodenwertsteuer oder eine Erbbaurechtslösung (...). Ist Land in privater Hand wertlos, erfolgt auch keine Kreditfinanzierung desselben. Eine drittbeste Lösung (...) wäre eine REgulierung dahingehend, dass Kreditvergaben zum Zwecke des Kaufs von Grudn und Boden sowie Unternehmensbeteiligungen möglichst unterbunden werden. In eine solche Richtung ging z.B. die in den letzten Jahren durchgeführte Politik in China - in Gestalt von Restriktionen bei Krediten zum Kauf von Immobilien." (22)