Aachen 2014 (aktualisierte Neuausgabe), Verlag Mainz
"Geld ist das in einem Wirtschaftsraum allgemein akzeptierte und gesetzlich festgelegte Zahlungsmittel, das von den Zentralbanken ausgegeben wird." (28)
"Aber auch alle diese elektronischen Zahlungs-Hilfsmittel bewirken letztlich immer nur eine Übertragung von Ansprüchen auf Geld ohne die Geldmenge selbst zu verändern. (...) Gleichgültig, ob ich meinem Nachbarn Geld leihweise zur Verfügung stelle oder einer Bank, die es weiter verleiht: Eine Vermehrung der Geldmenge ist damit nicht verbunden, selbst dann nicht, wenn wenn dies Überlassung mehrfach verbucht wird." (29)
"Hortet man dagegen Geld, fällt es für jegliche Nutzung in der Wirtschaft aus und es kommt zu einer Unterbrechung des Geldkreislaufs. Und dies Unterbrechung ist kein einmaliger Vorgang, sonder führt zu einer Kettenreaktion von Nachfrage-Ausfällen, mit der alle in der Zwischenzeit sonst möglichen Tauschvorgänge verhindert werden! (...)
In dieser möglichen Verzögerung zwischen Leistungseinbringung und -nachfrage, also in der Wertaufbewahrungsfunktion des Geldes, liegt bereits einer der entscheidenden Konstruktionsfehler unseres Geldes." (31)
"Geld ist zwar (auch) ein Zahlungsmittel, aber alle anderen Zahlungsmittel sind kein Geld!" (32)
"Der große Bargeldüberschuss in Deutschland erklärt sich vor allem daraus, dass - laut Monatsbericht der Deutschen Bundesbank im Juni 2009 - rund zwei Drittel der ausgegebenen Geldscheine im In- und Ausland gehortet werden und sogar nur 10 Prozent am Geldumlauf regelmäßiger beteiligt sind." (36)
"Betrachtet man, dass in den USA der Hundert-Dollar-Schein die größte Note ist und in vielen anderen Ländern ebenfalls nur gängige Größen ausgegeben werden, dann müsste man die Ausgabe dieser großen Noten beim Euro - ebenso wie vorher bereits die Tausender bei der DM und dem Schweizer Franken! - eigentlich als Beihilfe zu Steuerhinterziehung und kriminellen Taten bewerten." (38)
"Eine inflationsfreie Ausweitung der Geldmenge ist also nur gegeben, wenn sie im Gleichschritt mit der Wirtschaftsleistung erfolgt" (41)
"Entscheidend ist, dass heute jeder Geldschein-Empfänger mit den Banknoten tun und lassen kann, was er will. (...) Vor allem aber kann jeder, ohne Folgen befürchten zu müssen, den Geldschein beliebig lange aus dem Verkehr ziehen, obwohl er damit andere an der Nutzung dieser öffentlichen Einrichtung ähnlich hindert wie der Blockierer einer Fahrbahn! (43)
"Die Vermehrung der Geldguthaben und Schulden hängt alleine von der Spar-, Verleih-, und Leihbereitschaft der Wirtschaftsteilnehmer ab, die Vermehrung der Geldmenge (und damit die Beeinflussung der Kaufkraft) dagegen alleine von den Notenbanken!
Auch alle Bankguthaben resultieren aus solchen leihweisen Geldüberlassungen, die ihrerseits aus diesen Einlagen wiederum Kredite an Dritte weiter geben." (44)
"Geld ist als Zahlungsmittel nicht nur ein konkreter Anspruch an die Wirtschaft, sondern auch ein konkretes Gut in Form von Papier oder Metall. Ein Guthaben dagegen istg nur die bebuchte Bestätigung für die Überlassung von Geld an einen anderen und der Anspruch auf dessen Rückerhalt.
Bei den Guthaben handelt es sich also gewissermaßen um die Abbildung von Äpfeln, die man anderen überlassen hat. (...) Die Annahme, dass sich mit dem Buchgeld die Geldmenge vermehrt, ist also ebenso fragwürdig, wie die entsprechend Annahme bei den Äpfeln." (45)
"Diese bargeldlosen Zahlungsverfahren kommen jedoch nicht ohne Bar- bzw. Zentralbankgeld aus. Denn parallel mit der Buchung von Bank zu Bank muss das übertragende Institut dem empfangenden in Höhe der Kunden-Überweisung Zentral- bzw. Notenbankgeld übertragen, und zwar über die Zentralbankgeld-Guthaben, die alle Banken, als eine Art Zentralbankgeld-Girokonto, bei den Zentralbanken unterhalten müssen." (47)
"Geld entsteht nicht mit dem Bankkredit, wie viele immer noch vermuten, sonder es muss vorher bereits da sein, damit der Kredit überhaupt vergeben werden kann bzw. eine Deckung hat! (49)
"Das heißt, von 1950 bis 2000 sind in Deutschland die Bankguthaben fast sechs Mal schnellter angestiegen als die Wirtschaftsleistung! (51)
"Geht man von den konkreten Vorgängen aus, dann sollte eigentlich der Begriff Bezahlen (...) allein beim Geld Verwendung finden. Den bei den bargeldlos abgewickelten Vorgängen liegen genau genommen keine Zahlungen, sondern nur Übertragungen von eigenen Guthaben auf das eines anderen vor." (54)
"Wie die Fälle (...) zeigen, können in einer Volkswirtschaft nicht nur die Ersparnisse an andere verschenkt oder ausgeliehen, sonder sie müsen auf diese Weise in den Geldkreislauf zurückgeführt werden, wenn die Wirtschaft nicht (...) durch Geldmangel zusammenbrechen soll." (61)
"Geldaufnahmen mit Zinsen sind für Schuldenmacher also nur dann von Nutzen, wenn sie damit produktivitätssteigernde Investitionen schaffen können, die über die Zinszahlungen hinaus noch einen Gewinn abwerfen! Gesamtwirtschaftlich setzt das jedoch ein Wirtschaftswachstum voraus, das mindestens dem zinsbedingten Wachstum der Geldersparnisse entsprechen muss. Da dies Geldersparnisse durch den Zins jedoch in der Tendenz exponentiell zunehmen, müsste auch die Wirtschaft exponentiell wachsen. Da das jedoch allenfalls über begrenzte Zeiträume möglich ist, sind alle Zinswirtschaften letztendlich zum Zusammenbruch verurteilt, und das keinesfalls nur auf einer Insel! (63)
"Dabei wäre es sinnvoller, den Begriff Banken umgekehrt nur für die publikumsnahen Institute zu verwenden und die Geld ausgebenden Institute, die praktisch hoheitliche Aufgaben erfüllen, anders zu bennen, z.B. als Emissions- oder Währungsämter (...). (67)
"Mit ihrer indirekten Vermittlung zwischen den unterschiedlichen Interessen in der Wirtschaft, vor allem zwischen Sparern und Kreditnehmern, erfüllen die Banken also eine unverzichtbare Dienstleistungs- und Vermittlungsfunktion." (69)
"Denn mit dieser Kaufkraft-Weitergabe über den Kredit schließt der Kreditnehmer die Nachfragelücke, die sonst aufgrund der Nicht-Nachfrage des Sparers entstanden wäre. (...) Sparer und Kreditnehmer leisten sich also letztlich gegenseitig einen Dienst, so dass die heutige Zinsbelohnung es einen durch den anderen höchst fragwürdig ist und eigentlich nur ein um Null pendelnder Zins gerecht sein würde." (70)
"Die Macht der Banken ist also weitgehend eine geliehene. Denn ihr Eigenkapital übersteigt nur selten jene acht bis zehn Prozent der Kreditmasse, die sie als Risikovorsorge im Hinblick auf die Kreditvergaben zahlen müssen." (72)
"Die weltweit zunehmenden Zusammenschlüsse von Banken wie auch ihre Verbindungen mir Versicherungen und ähnlichen Finanzinstituten, lassen zwar immer größere Mammutgebilde entstehen. Doch diese sind oft weniger Zeichen wachsender Stärke als vielmehr Absicherungsversuche gegen kaum noch lösbare Risiken, die letzten Endes von ihnen selbst erzeugt werden!" (74)
"Denn alles Geld in der Kasse ist für die Banken nicht nur totes Kapital, das sie nicht gegen Zinsen verleihen können, sondern für das sie auch noch an die Notenbanken Zinsen zahlen müssen! Deshalb versuchen auch die Banken, zur Senkung ihrer Zinsbelastungen, den Gebrauch von Bargeld innerhalb der Wirtschaftsvorgänge möglichst abzubauen." (80)
"Die Notenbanken wäre dann, was die von Silvio Gesell ausgehende Freiwirtschaftsschule bereits seit langem fordert: Eine Währungsbehörde, deren alleinige Aufgabe die optimale Geldversorgung und Geldmengenregulierung mit dem Ziel stabiler Geldkaufkraft ist. " (85)
"Das heißt, der Zins ist zusammen mit dem Tauschmittel Geld und dessen Vorteilen in die Welt gekommen. Und aufgrund dieser Gegebenheiten können diese Vorteile von denjenigen, die Geld übrig haben, zu Lasten der anderen Marktteilnehmer, denen Geld fehlt, in ein sachlich ungerechtfertigtes Dauer-Einkommen umgewandelt werden." (97)
"Der Zins ist also gewissermaßen das Zuckerbrot, mit dem man das für die Wirtschaft unverzichtbare Geld wider in den Kreislauf zurücklockt. Oder andres ausgedrückt: Der Zins sorgt heute für den Umlauf des Geldes, auf den jede Volkswirtschaft zur Sicherung ihres Funktionierens angewiesen ist. (...)
Das heißt, ein Absinken der Zinssätze - volkswirtschaftlich und sozial höchst wünschenswert - führt heute zu verstärkten Geldzurückhaltungen und damit zu Kreislaufstörungen in der Wirtschaft." (98)
"Denn ohne einen Finger krumm zu machen kann man nur dann zu Geld kommen, wenn dieses Geld einem anderen genommen wird. Und zwar einem, der seine Finger krumm machen oder seinen Kopf anstrengen musste! Das heißt, dass immer dann, wenn jemand ohne eigene Leistung Geld erhält, muss das einem anderen aus der Tasche gezogen werden, der Leistungen erbracht hat! "(112)
"Das heißt, die Zinsen für den Kapitaleinsatz, ob geliehen oder selbst finanziert, stecken in allen von uns getätigten Ausgaben. Das heißt aber auch, dass die Zinsen, die der Sparer erhält, ihm als Verbraucher und Konsument mit jedem ausgegebenen Geldschein vorher aus der Tasche gezogen worden sind. (...) Vielmehr müssen auch diejenigen laufend Zinsen zahlen, die persönlich nicht verschuldet sind. Sie sind nur in den Preisen versteckt!" (114/115)
"(...), dass alle Systeme, die mit solchen exponentiellen Wachstumsprozessen verknüpft sind, aus einfachen mathematischen Gründen immer kollabieren müssen. (...) Was wir also in den letzten Jahren im Ansatz erlebt haben und noch erleben werden, ist mathematisch unvermeidlich." (120)
"Die in den Preisen enthaltenen Zinsen (die z.B. in Deutschland etwa bei Doppelten der Mehrwertsteuer liegen!) kommen bei ihrer Rückverteilung jedoch nicht allen Haushalten entsprechend ihren Einzahlungen zugute (...). Konkret: Je reicher man ist, d.h. je mehr Zinsen bringendes Sach- und Geldvermögen man besitzt, umso größer ist auch der Anteil, den man aus dem Topf der abkassierten Zinsen zurückerhält." (130/131)
"Das heißt, trotz ständig steigender Beschäftigtenzahlen kam bei den Lohnempfängern immer weniger an, während die Geldvermögenszuwächse von Jahrzehnt zu Jahrzehnt förmlich explodierten! (...) Aus diesem Überwachstum der Zinsgutschriften wird vor allem aber auch ersichtlich, in welchem Umfang sich die Geldvermögen gewissermaßen aus sich selbst heraus vermehrt haben! (...) Das bedeutet aber auch, dass sich diese eskalierenden Massen der Geldvermögen, trotz der Ausbreitung über den Globus, nur noch unzureichend in normalen Güterinvestitionen oder Staatsverschuldungen unterbringen lassen. Die Folg ist: Immer mehr Geld drängt, Rendite suchend, in die Spekulation. (...) wenn wir nicht endlich die Flamme unter dem Kessel kleiner drehen, der wir das allse zu verdanken haben: Dem Automatismus der zinsbedingten Selbstvermehrung der Geldvermögen, der uns nicht nur zu ständig steigenden Verschuldungen zwingt, sondern ebenfalls zu jenem ständigen Wirtschaftswachstum, mit dem wir nicht nur die Umwelt sondern auch den Frieden in der Welt zunehmend gefährden!" (138)
"Das heißt die Zinsströme in einer Volkswirtschaft haben keinen Einfluss auf die Höhe des Sozialprodukts, gleichgültig wie groß sie auch immer sind. (...) Das Bruttoinlandsprodukt gibt die Summe aller Wertschöpfungen wieder. Zinsen aber stellen keine Wertschöpfung dar, sondern nur Transfers innerhalb derselben." (139)
"Für die Geldverleiher wird es [Geld] zu einem zeitbezogenen dauernden Einkommensfaktor ohne Leistung, für den Kreditnehmer dagegen zu einem zeitbezogenen Kostenfaktor, den er nur mit zusätzlicher Leistung und damit zusätzlich aufgewandter Zeit bedienen kann. Mit dem Zins wird also Zeit zu Geld gemacht! (...) Früher einmals war Zeit für alle menschen ein Geschenk. Heute trifft das nru noch auf die Zinsgewinnler zu. Alle anderen - und das ist die übergroße Mehrheit - müssen in der Zeit für diese Gewinnler tätig sein. (...) In einer Wirtschaft ohne Zinsen, bzw. mit einem verteilungsneutralen Zins um Null, könnten wir dagegen den technischen Fortschritt und damit alle Produktivitätssteigerungen problemlos uand bei gleich bleibende Einkommen in Arbeitszeitverkürzungen umsetzen." (140/141)
"Unser ständig positiver Zins zwingt uns also nicht nur ohne Pause zu einem ständigen Produzieren und Konsumieren, sondern sogar zu einer ständigen Steigerung von beidem!" (142)
"Der Zins ist also kein Lohn für Konsumverzicht, sondern der Preis für den Verleih von Geld, oder noch treffender: eine an die Leihzeit gekoppelte Prämie für die Aufgabe der Vorteile, die - ohne eigene Leistung - heute mit der Geldhaltung verbunden sind. (...) Das heißt, der Zins ist das Mittel, mit dem Man die Halter von Geldüberschüssen heute bewegen muss, ihr übriges Geld an andere zu verleihen." (145/146)
"Ökonomisch geseshen bedeutet Zinsnehmen von einem bestimmten Punkt an eine Vermehrung des Geldes ohne Koppelung an die Produktion von Gütern. Dieser Prozess führt auf Dauer zum Ruin der Volkswirtschaft." (146 - Dietrich Schirmer)
"Allerdings können die Nachfrager indirekt an einer Inflationsauslösung beteiligt sein. Dann nämlich, wenn sie vorher Geld aus dem Kreislauf zurückgehalten und die Notenbanken in der Zwischenzeit das fehlende Geld durch zusätzliche Banknoten ersetzt haben." (158)
"So stiegen beispielsweise in der Infaltions- und Hochzinsphase 1988-1992 die Zinserträge der Banken in vier Jahren von 243 auf 445 Mrd DM an, also um rudn 83 Prozent." (162)
"Mit diesen Hortungen versuchen sich die Bürger dieser Länder [Weichwährungsländer] dem Inflationsbetrug ihrer eigenen Notenbanken zu entziehen. In manchen Weichwährungsländer laufen die ausländischen Geldscheine, vor allem Dollar und Euro, auch als eine Art Zweitwährung um. (..) Nach Schätzungen von Experten befinden sich von den im Umlauf gegebenen US-Dollarscheinen nur etwa ein Drittel innerhalb der US-Landesgrenzen (...) Den Umfang dieser DM-Bestände im Ausland hatte die Forschungsabteilung der Deutschen Bundesbank schon 1994 mit 30 bis 40 Prozent der gesamtgen Bargelmenge ermittelt" (166-167)
"Diese Tatbestände kann man auch anders beschreiben. Z.B. dass die Notenbanken, die solche großen Stückelungen ausgeben, der kriminellen Szene und den Stuerhinterziehern ihr Tun erleichtern, überspitzt ausgedrückt: Beihilfe zu kriminellen Taten leisten! - Dieser Tatbestand wird noch fragwürdiger wenn man bedenkt, dass es solche große Noten nur in der Eurozone und in der Schweiz gibt, während man sich in den USA seit vielen Jahrzehnten mit der 100-Dollarnote als größten Schein begnügt!" (169)
"Denn seine Deckung erhält das Geld einzig und alleine durch die Güter und Leistungen, die man mit ihm auf den Märkten erwerben kann! Weil das so ist, sollten die Ausweitungen der Geldmenge darum auch möglichst Schritt für Schritt mit den Leistungssteigerungen in der Wirtschaft erfolgen." (184)
"Denn wenn beispielsweise jemand von seinem Girokonto 100 Euro an einen Empfänger überweist, der bei einer anderen Bank sein konto hat, dann benötigt die Bank dazu nicht nur (...) sondern in Höhe der überwiesenen Summe auch Zentralbankgeld. Denn die empfangende Bank schreibt den überwiesenen Betrag nur gut, wenn auf ihrem Zentralbankgeldkonto in gleicher Höhe ein ZBG-Gutschrift eingegangen ist." (190)
"Denn nur bei Krediten, die aus leistungsgedeckten Ersparnissen stammen, findet der Kreditnehmer reale Gegenwerte am Markt vor, nämlich jene Gegenwerte, die jemand geschaffen hat und über seine Ersparnisbildung nun anderen überlässt." (196)
"Hier wird übersehen, dass das bei einer Bank eingezahlte Geld des Sparers von den Banken umgehend zur Bundesbank zurückfließt und der in den Bankkassen verbeleibende geringe Bargeldbestand (etwa 0,2 % der Einzahlungen) nicht mehr zur umlaufenden udn nachfragewirksamen Geldmenge gezählt wird, sondern zum Zentralbankgeldbestand der Bank! Erst durch die Abhebung eines Bankkundenm, dessen Sichtguthaben sich damit entsprechend verringert, wird dieses Bargeld wieder als Tauschmittel reaktiviert." (201)
"Im Übrigen gehören Kredite - ob geschöpft oder nicht - niemals zu irgendeiner Geldmenge. Denn zur Kreditvergabe genügen immer die Guthaben der Sparer, die weiderum durch Zentralbankgeld gedeckt sind." (202)
"Unter Geldvermögen versteht man also im Allgemeinen die Summe von Geld und Geldguthaben, gleichgültig ob auf einzelne Personen bezogen oder auf deren Gesamtheit. Trotz dieser üblichen Zusammenfassung muss man juedoch zwischen Geld und Guthaben präzise unterscheiden." (212)
"Denn im Gegensatz zu den Geldguthaben, die eine Geldforderung als fest umgrenzten Anspruch wiedergeben, sind Aktien ein weiter verkaufbarer Teibesitz an Sachvermögen und niemand ist zu einer Rückgabe des dafür hergegebenen Geldes verpflichtet. Schon gar nicht in jener Höhe, die man selbst dafür aufgebracht hat. Deshalb sind die Aktien zu ihren Tageswerten auch nichts anderes als Hoffungswerte. Würde nur ein Teil der Aktienbesitzer den jeweiligen Tageswert durch Verkäufe realisieren wollen, bräche der Kurs bereits zusammen!" (213)
"Der Staat wurde im Laufe der Jahrzehnte immer ärmer, weitgehend zugunsten der privaten Haushalte! (...) Demnach mussten 1950 mit jedem Euro Sozialprodukt erst 0,6 Euro Geldvermögen mit Zinsen bedient werden, im Jahr 2010 ware es bereits 3,6 Euro, also das Sechsfache! (...) Grundsätzlich könnte man die Konzentration der Geldvermögen in den Händen der privaten Haushalte positiv bewerten. Denn in einer Demokratie soll nicht der Staaat wohlhabend und damit übermächtig sein, sondern die Bürger, die letztlich alle Werte schaffen. Problematisch ist bei diesen Entwicklungen jedoch einmal, dass diesen großen Geldvermögen der Privathaushalte entsprechend große Verschuldungen im Bereich der Wirtschaft und des Staates gebenüberstehen. Noch problematischer ist aber, dass sich diese Geldvermögen innerhalb der Privathaushalte zunehmend umverteilen und sich bei einer Minderheit konzentrieren." (215)
"Geldvermögen entstehen nicht nur aus zurückgelegten Arbeitseinkommen oder Lotteriegewinnen, sondern vermehren sich vor allem durch die Zinsgutschriften auf die bereits vorhandenen Vermögen! (...) Selbst die Deutsche Bundesbank schrieb bereits 1997 von der Selbstallimentation der Geldvermögen und davon, dass damals schon die Zinsgutschriften bei 80 Prozent der Neuersparnissen gelegen haben. (...) Und gehen wir den Folgen nach und erinner uns, dass auch in der der besten Wirtschaft nichts vom Himmel fällt und alle zur Verteilung kommenden Einkünfte letztlich immer nur aus Arbeit stammen, dann müssen bei diesen Vorgängen die Arbeitsleistenden im gleichen Umfang ärmer werden, wie die bereits Reichen reicher!
Der Zins- und Zinseszinseffekt, der die vorhanden Geldvermögen mit Verdoppelungsraten wachsen lässt, bewirkt also eine ständige Einkommensumschichtung von der Arbeit zum Besitz, die sich nach mathematischen Gesetzmäßigkeiten laufend beschleunigt." (223)
"Die monetäre Teufelsspirale: Denn im gleichen Umfang, in dem sich bei den Geldvermögensbesitzern neue Überschüsse an Kaufkraft sammeln, müssen diese in der Wirtschaft fehlen! Und das diese Lücke nur in einem geringen Umfang durch die Geldvermögensbesitzer selbst geschlosssen wird, gleichgültig ob über Konsumausgaben oder Investitionen, muss das Gros dieser Überschüsse über zusätzliche Kredite in den Kreislauf zurückgeschleust werden. Diese Zurückschleusungen sind jedoch wieder mit Zinsen verbunden, die ein weiteres beschleunigtes Wachstum der Geldvermögen bewirken, woraus sich dann erneut ein entsprechend vergrößerter Verschuldungszwang ergibt. (...) Alle Systeme und Prozesse aber, die nach diesem Prinzip funktionieren, sind zum Zusammenbruch verurteilt, ähnlich wie ein Heizungssystem, das auf steigende Raumwärme mit weiterer Öffnung der Ventile und damit noch mehr Wärme reagiert. Aufgrund dieser gegebenen Geldstruktur befinden sich die heutigen Volkswirtschaften also in einem mehrfachen Dilemma: Schleusen sie die sich ansammelnden Geldvermögen nicht über Kredite in die Wirtschaft zurück, droht eine durch Geldmangen bedingte Rezession oder gar Depression. Werden jedoch diese Geldvermögen-Ausweitungen über Kredite in den Kreislauf zurückgeführt, dann ist eine Überschuldung mit zunehmenden sozialen Spannungen unvermeidlich. Und versucht man - wie heute in der Politik die Regel - diese sozialen Spannungszunahmen durch ständiges Wirtschaftswachstum auszugleichen, ist der ökologische Zusammenbruch unausweichlich!" (224-226)
"Dieser Zwang zum Ausgleich gilt auch zwischen den Ländern. Hier stehen den Außenhandelsüberschüssen auf der einen Seite entsprechende Defizite auf der anderen Seite gegenüber, die letztlich, wie alle Schulden, nur durch Leistungs-Ausgleiche abgebaut werden können. (...) Und was die so genannte Dritte Welt betrifft, so überstiegen die von dort in den reichen Norden fließenden Zinszahlungen schon seit Jahrzehnten dei dem Süden geleisteten Entwicklungshilfen!
Neben den ungerechten Austauschverhältnissen zwischen Nord und Süd liegen in diesen Zinstransfers die hauptsächlichsten Gründe für die lang anhaltende Verarmung dieser Länder, die damit wiederum zu weiteren Kreditaufnahmen im Ausland gezwungen werden. Besonders fragwürdig war uns ist dabei der Tatbestand, dass diese Kredite in vielen Fällen mit Waffenlieferungen aus den reichen Ländern zusammenhängen." (227-228)
"(...) wird gut sichtbar, dass die Schulden, genauso wie die Geldvermögen, vier bis fünf Mal rascher zugenommen haben als die Wirtschaftsleistung und diese inzwischen umd das Dreifache übersteigen." (230)
"Theoretisch sind Schuldentilgungen letztlich immer nur aus laufenden Einkommen oder - notfalls - eigenen Vermögensbeständen möglich, (....) Das heißt, jede Volkswirtschaft ist gezwungen, im Gleichschritt mit den wachsenden Ersparnissen auch ihre Schulden auszuweiten, und notfalls muss sogar der Staat einspringen! (...) Denn als Folge jeder Kreditaufnahme und deren Zinsbdienung werden die bereits Reichen auf Kosten der anderen Bürger zwangsläufig immer nur noch reicher." (244)
"Das heißt, jeder Erwerbstätige in Deutschland musste 1992 rechnerisch fast einen Monat lang nur für die Schuldenzinsen von Bund, Ländern und Gemeinden arbeiten. (...) Jeder Neugeborene in unserem Land findet in der Wiege eine Schuldenlast von rund 100.00 Euro vor, von der ein Viertel auf die Staatsverschuldung entfällt!" (252)
"Das aber bedeutet, dass die Neukreditaufnahme zu 81% (!) in den Zinsendienst geflossen sind und lediglich die Differenz zwischen beiden Beträgen, (...) dem Staat für Investitionen oder Personalausgaben zur Verfügung gestanden haben! (...)
Der Nutzen der ganzen Staatsverschuldung schlägt also nur bei jener Minderheit der reicheren Haushalte zu Buche, die dem Staat ihre Ersparnisse leihen konnten und denen jene vom Staat gezahlten Zinsen in Höhe von 1.625 Mrd zugeflossen sind - auf Kosten aller anderen Bürger! Und da dieser zinsbedingte Umverteilungs-Mechanismus von der Mehrheit zur Minderheit ebenfalls für die vier mal so hohen Schulden der gesamten Wirtschaft gilt, erklärt sich auch, die zunehmende Schernöffnung zwischen Arm und Reich in unseren Gesellschaften." (253)
"Denn im Grunde genommen haben auch alle europäischen Demokratien mit Methoden gearbeitet, die sonst nur in Bananenrepubliken üblich sind: Man leiht sich, statt die Bürger zur Kasse zu bitten, einfach neues Geld! - Das damit verbundene Prlbem der Umverteilung von Arm zu Reich und dessen mathematisch bedingte Selbstbeschleunigung wird dabei nicht beachtet. Und statt an den Ursachen diesr Malaisen etwas zu veränderun und die Verschuldungen nicht noch mehr eskalieren zu lassen, haben sich die Verantwortlichen in fast allen Ländern durch den Verkauf staatlicher Einrichtungen, des sogenannten Tafelsilbers, Luft für die Zinszahlungen verschafft. " (256)
"Anfangs noch skeptisch und die Fonds als Konkurrenz betrachtend, sind die Banken schließlich selbst in immer größerem Umfang in diese Geschäfte eingestiegen. (...) Schließlich begannen die Banken sogar mit den Kundeneinlagen selber große Räder zu drehen, um auf diese nicht ganz risikolose Weise die Zinsen für die ihnen anvertrauten Ersparnisse zu erwirtschaften, die auf den normalen Kreditmärkten nicht mehr möglich waren." (260)
"Die Folge socher Entwicklungen war und ist, dass unser Geld, einmal als Tauschmittel erdacht, inzwischen immer mehr zu einem Spekulationsobjekt verkommen ist. Je mehr jedoch diese falsch verstandene Freizügigkeit des Geldverkehrs zunimmt, desto gefährlicher und explosiver wird die gesamte Situation, wie wir das seit 2007 erleben. (...) Während Aktien früher oft als eine Art Lebensversicherung angesehen und gehalten wurden, (...) sind sie heute fast nur noch Spekulationsobjekte." (261)
"(...), dass sich nach Schätzungen der Bank für internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) die Nominalwerte aller an den Terminbörsen täglich gehandelten Derivate (also von Finanzprodukten, deren Preis unmittelbar- oder mittelbar von der Entwicklung des Marktpreisses anderer Güter oder Finanzinstrumente abhängt!) auf rund 334 Billionen Euro belaufen, das ist siebenmal mehr als alle Unternehmen in der Welt im Jahr erwirtschaften und mit der Summe köntne man den aktuellen Bundeshaushalt die nächsten 600 Jahre lang finanzieren." (264)
"Der Kauf und Verkauf von Währungen findet heute nur noch zu einem Bruchteil für Handels- oder Urlaubszwecke statt. (...) Das heißt, ausländisches Geld wird letztlich nur gekauft, manchmal nur für Tage oder Stunden, um es dann erneut - ohne es genutzt zu haben oder überhaupt nutzen zu wollen - wieder zu verkaufen. (269)
"Das heißt, unsere Welt ist von gewaltigen Kapitaltransfers belastet, die keine Käufe oder Investitionen im Sinn haben, sondern nru auf kurzfristige Spekulationsgewinne aus sind. (...) Unvorstellbar große und immer größer werdende Milliardenbeträge an überschüssiger Kaufkraft vagabundieren inzwischen um den Erdball und überrollen Notenbanken und Politiker, die - wenn sie handeln - meist noch das Falsche tun." (271)
"Immer mehr werden also die monetären Märkte zu einer Art Weltregierung, die die Politiker zu Statisten und Gehilfen degradiert. (...) Und an den Hofberichten der ehrenwerten Gesellschaft der Reichen und Schönen ergötzt sich die Masse unserer Bürger in Dutzenden von Magazinen auch dann noch, wenn sie selbst den Gürtel enger schnallen müssen." (272)
"Und die Frage, woher ohne Arbeit die Spekulationsgewinne eigentlich kommen sollen, stellt man ebenso wenig wie die nach der Herkunft der Zinseinkünfte. - Das heutige Geld regiert nicht nur die Welt, es macht sie zunehmend zu einem Irrenhaus!" (273)
"Denn wie beschrieben, wälzt das Gros der Kreditnehmer, vor allem aber Unternehmer und Staat, diese Zinskosten über Preise, Steueren und Gebühren auf die Endverbraucher ab. Das heißt, mit jedem ausgegebenen Euro zahlt also jeder Bürger oder Haushalt mit dem Preis der erworbenen Güter nicht nur die angefallenen Material- und Personalkosten, sondern auch die Kapitalkosten, also die Zinslasten, meist ohne sich dessen bewusst zu sein. Und diese Zinsanteile in den Preisen nehmen nicht mit der Wirtschaftsleistung zu, sondern vor allem mit den dabei eingesetzten und zu verzinsenden Geldvermögen bzw. Schulden, die jedoch deutlich rascher wachsen als das Sozialprodukt." (279)
"Zu einem Ausgleich dieser Belastungen kommt es jedoch nur dann, wenn ein Haushalt in gleicher Höhe auch über Zinseinnahmen verfügt. (...) Und als Folge des ständigen Überwachstums der Geldvermögen gegenüber dem der Wirtschaftsleistung, verschiebt sich der Umverteilungsschnittpunkt immer mehr zu nener Minderheit, bei der dann zwangsläufig die Vermögen immer rasche zunehmen müssen. Das heißt, die Umverteilungsgewinne konzentrieren sich zunehmend bei einer abnehmenden Zahl von Haushalten, während die Anzahl der Verliererhaushalte und deren Verluste ständig zunimmt. Damit läuft das ab, was wir in aller Welt als Scherenöffnung zwischen Arm und Reich konstatieren!" (280)
"Zusammenfassend ergeben sich aus diesen Beispielen die folgenden Wachstumsregeln:
1. In einem begrenzten Raum kann es kein grenzenloses Wachstum geben.
2. Für jedes natürliche und gesunde Wachstumg gibt es eine optimale Obergrenze.
3. Alle Teile eines Organismus müssen sich in ihrer Entfaltung am Ganzen orientieren. Und als Konsequenz daraus:
4. Alle Enwicklungen, die diese naturgegebenen Gesetzmäßigkeiten missachten, sind zum Zusammenbruch verurteilt." (295)
"Diejenigen Politiker, die auch heute noch ein ständig gleich bleibendes oder möglichst sogar noch steigendes Wachstum fordern und jetzt sogar mit Wachstumsbeschleunigungsgesetzen fördern wollen, wissen offensichtlich nicht, wovon sie reden." (297)
"Eine solche Leistungsstabilisierung - abfällig Nullwachstum genannt - bedeutet aber keinesfalls einen Stillstand der Wohlstandsentwicklung oder gar einen Rückschritt, auch wenn das immer behauptet wird. Durch den weiteren technologischen Fortschritt könnte das auch bei rückläufigen Naturverbrauch noch möglich sein, vor allem bereits durch eine Verlängerung der Lebensdauer aller Produkte. Und verzichtet man auf eine Steigerung des Lebensstandards und gibt sich mit der Bestanderhaltung zufrieden, dann könnte man, bei Aufrechterhaltung des einmal erreichten Niveaus, die Arbeitszeiten ständig verkürzen. - Man hätte also auch bei Nullwachstum die Wahl zwischen weiteren materiellen Wohlstandssteigerungen oder zusätzlicher Freizeit. (...) Eine Wirtschaft, die von den Bedürfnissen der Menschen gesteuert wird und von deren Bereitschaft, für die Erfüllung dieser Bedürfnisse zu arbeiten, würde immer einen Entwicklungsverlauf nehmen, der den natürlichen Wachstumskurven entspricht." (300)
"Das heißt, der Mensch, vorher noch bestimmendes Subjekt allen Wirtschaftens, wurde zum Objekt umfunktioniert und durch zunehmende raffinierte Werbung, wechselnde modische Effekte und sogar eingeplante kürzere Lebensdauer der Produkte immer wieder zum Kaufen und zu Leistungssteigerungen verführt bzw. sogar gezwungen.
Das heißt, der Mensch, in Jahrmillionen zum Sammler, Bewahrer und Ge-braucher der irdischen wie der selbst geschaffenen Güter herangewachsen, wurde systematische zum Wegwerfer und Ver-braucher umerzogen." (301)
Warum zwingt der Zins zum Wachstum?
Hat jemand einen verzinsten Kredit aufgenommen, muß er mehr zurückzahlen, als er erhalten hat. Um dieses Mehr - den laufend zu zahlenden Zinsbetrag - wird sein Einkommen bis zur Tilgung des Kredits reduziert. Will er das vermeiden, dann muß er in Höhe dieses Zinsbetrages mehr leisten und diese Mehrleistung zusätzlich auf dem Markt absetzen. Das gilt nicht nur für die einzelnen Kredit aufnehmenden Bürger, sonder genauso für jedes Unternehmen, jede Gemeinde und jeden Staat: Entweder führt also der Zins zur Verarmung der Werteschaffenden oder er zwingt zu höheren Leistung. (...)
Die starre Rentabilitätspflicht, infolge deren sich die Geldvermögen stur mechanisch immerfort vermehren, überträgt sich also auf die Wirtschaft insgesamt und erlegt ihr ein andauerndes Wachstum auf. Es ist ein unentrinnbarer Zwang." (305/306)
"Sollen sich die sozialen Spannungen nicht vergrößern, dann muß das Wachstum der Wirtschaft also dem der zinstragenden Kapitalien entsprechen. Kein Wunder, dass den Politikern die Knie weich werden, wenn die Wachstumsrate unserer Volkswirtschaft einmal gegen Null zu singen droht. Denn:
Solange die Wachstumsrate des nominalen Bruttosozialproduktes das Niveau des Zinssatzes ...erreicht, bleibt die Zinslastquote unverändert ... Dies ist der Hauptgrund, warum auch umweltbewusste Ökonomen den Standpunkt vertreten, daß wir uns ... ein Nullwachstum gar nicht leisten können. (...) Im Umkehrschluss heißt das also, dass wir uns ein Nullwachstum - Voraussetzung einer Erholung unserer Umwelt - nur bei einem Nullzins leisten können." (306)
"Und so lange sich die Zinssätze, wie bisher, ständig im positiven Raum bewegen, nehmen die Geldvermögen weiterhin explosionsartig zu und damit auch der Zwang zum Wachstum, selbst wenn dabei die Umwelt auf der Strecke bleibt!" (311)
"Die Überschüsse, mit denen die Beschäftigten im Dienstleistungsbereich materiell versorgt werden, können jedoch nur im Produktionsbereich erwirtschaftet werden. Das heißt, der Ressourcenverbrauch mit all seinen Folgen verringert sich nicht, sondern konzentriert sich nur verstärkt auf diesen Produktionsbereich. (...) Das heißt, je größer der Dienstleistungssektor in einer Volkswirtschaft wird, umso intensiver und effektiver muß im Produktionssektor gearbeitet werden." (313)
"Der Traum von einem nachhaltigen Wirtschaften, von ökologischer Kreislaufwirtschaft und sanften Technologien, wird darum solange unerfüllt bleiben, wie die Geldvermögen weiter wachsen und über immer neue und höhere Kreditaufnahmen in den Wirtschaftskreislauf zurückgeführt werden müssen. Und diese Geldvermögen werden solange weiter wachsen, wie die Zinsen nicht - wie andere Knappheitspreise - den Sättigungsgesetzen der Märkte unterliegen. (...)
99 Prozent der Menschen sehen das Geldproblem nicht. Die Wissenschaft sieht es nicht, die Ökonomie sieht es nicht, sie erklärt es sogar als nicht existent. Solange wir aber die Geldwirtschaft nicht als Problem erkennen, ist keine wirklich ökologische Wende möglich. (Hans-Christoph Binswanger)" (317)
"Denn die entstehenden Defizite können nur mit verringerten Ausgaben, zusätzlichen Schulden oder höheren Steuern geschlossen werden. Während Städte und Gemeinden beispielsweise in den 60er und 70er Jahren Schulen, Büchereien und Schwimmbäder bauen konnten, sind sie heute oft nicht mehr in der Lage, sie zu unterhalten. Und das trotz eines ständigen Wirtschaftswachstums und zunehmenden Reichtums in den Industrienationen, der sich jedoch immer mehr bei einer Minderheit konzentriert." (321)
"Während die Unternehmen ihre Neuverschuldung in Hochzinsphasen herunter fahren, ist es beim Staat umgekehrt: Aufgrund des Konjunktureinbruchs, rückläufigen Steuereinnahmen und gleichzeitig steigenden Sozialkosten, ist er zu verstärkten Kreditaufnahmen gezwungen! (...)
Da Unternehmen und Staat jedoch ihre Zinslasten über Preise, Steuern und Gebühren an die Endverbraucher weiterwälzen, werden letztendlich auch die Nichtverschuldeten in der Wirtschaft ovn diesen Belastungsanstiegen betroffen. Hochzinsphasen führen also zu erheblichen Problemen (...). " (326)
"Zins und Inflation sind in unseren heutigen Volkswirtschaften die Instrumente, die für den Umlauf des Geldes sorgen." (328)
"Dies Zurückhaltung überschüssiger Einkommen nimmt im Allgemeinen in dem Maße zu wie die Zinsen sinken, das heißt, wie ihre "Zuckerbrotwirkung" nachläßt. (...) Die Konjunktur bricht also in Niedrigzinsphasen gewissermaßen von zwei Seiten her ein: Von der Nachfragezurückhaltung der Konsumenten wie von der Investiontionslust der Unternehmer, die auf höhere Nachfrage warten.
Noch mehr als eine inflationäre Krise nährt sich also eine deflationäre selbst." (329)
"Doch statt dafür zu sorgen, dass das vom Staat herausgegebene Geld seine Funktion als umlaufendes Zahlungsmittel auch bei niedrigeren Zinsen erfüllt, hilft man lieber dem Zins wieder auf die Beine, auch wenn dieser, den Marktgesetzen folgend, eigentlich längst auf Null gesunken sein müsste." (331)
"So erzwingt eine Kommandowirtschaft immer größere Aufsichts, Kontroll- und Funktionsärskader, die mit ihrer Drohnentätigkeit einen wachsenden Anteil der Leistung beanspruchen. (...) Wenn alles allen gehört, fühlt sich niemand mehr dafür zuständig. (...)
Auch aus der Sicht des Umweltschutzes sind persönliches Eigentum genau wie kostengerechte Preise ein Garant für Pflege und Erhalt von Gütern." (333)
"Überschüssige Geldbestände in den Hände der Privathaushalte oder Betriebe konnten auch in den sozialistischen Planwirtschaften also nur durch das Lockmittel Zins wieder in den Wirtschaftskreislauf zurückgeholt werden." (334)
"Die großen Geldvermögen wurden unbesehen eingetauscht, ganz gleich, woher sie stammten. Auch mit diesem Geldumtausch haben die Verantwortlichen Politiker wieder einmal bewiesen, wie wenig sie vom Geld und seinen Wirkungsmechanismen verstehen: Allenfalls ein Umtauschkurs von fünf Ostmark für eine Westmark wäre halbwegs gerechtfertigt gewesen und auch gerne akzeptiert worden. Denn der freie Umtauschkurs lag in den Tagen des Umbruchs bekanntlich bei 10:1 bis 20:1." (343-344)
"Selbst die DDR, als wirtschaftlich stärkster Ostblockstaat, musste sich 1986 in erneute Schuldenaufnahmen retten. Dass hier der vielleicht entscheidende Rettungskredit, in Höhe von drei Milliarden DM, ausgerechnet von dem rechtsorientierten bayerischen Ministerpräsidenten Franz-Josef Strauss persönlich eingefädelt und vermittelt wurde, hat damals viel Verwunderung ausgelöst." (347)
"Für die westdeutschen Banken, die dies Milliardenkredite vergaben, blieben diese Geschäfte ohne Risiko und Verlust, da der westdeutsche Staat bei der Vereinigung selbstverständlich auch die Bankschulden der DDR übernahm!" (348)
"Strukturell bedingte Arbeitslosigkeit ist die Folge von Produktivitätssteigerungen oder auch Produktionsverlagerungen ins Ausland. In beiden Fällen ließe sich theoretisch der Beschäftigungsrückgang durch Arbeitszeit- und/oder Lohnsenkungen ausgleichen, was aber auf den Widerstand derjenigen trifft, die noch Arbeit haben." (350)
"Vollbeschäftigung ist also immer möglich, wenn man die vorhandene Arbeit (und natürlich den daran gekoppelten Lohn) flexibel auf alle Arbeitswilligen verteilt.
Und Arbeitslose wird es immer geben, wenn man, bei einem Rückgang der notwendigen Arbeitsmenge, die Zahl der Arbeitsleistenden statt die der Arbeitsstunden reduziert!
An dieser Stelle soll auch einmal die Frage aufgeworfen werden, ob im Zuge des Produktivitätsfortschritts nicht ein Absenken der Preise statt der Umsetzung in höhere Löhne besser gewesen wäre. Denn sinkende Preise wären allen Menschen zu gute gekommen, auch den Rentnern und vor allem den Familien mit Kindern, ja sogar den Menschen in den Entwicklungsländern. Sicherlich wäre in diesem Fall der heute Wohlstandvorsprung der Industrienationen geringer, aber auch die Probleme, die wir inzwischen mit den Wohlstands-Diskrepanzen und Umweltzerstörungen in der Welt haben und in der Zukunft noch mehr bekommen werden. Und auch das Gefälle der Einkommen zwischen Industrie und Landwirtschaft hätte niemals jene Größe erreicht, die uns dann in den EG-Ländern zu riesigen Subventionen gezwungen hat." (355)
"Das heißt, die Schuldenzinsen eines Unternehmens werden nicht durch unbezahlte Überstunden oder Kürzungen der Löhne auf dem Rücken der Arbeitnehmer finanziert, sondern letztlich durch Umlagen auf die Preise. Alle Bürger, ob in den verschuldeten Betrieben beschäftigt oder nicht, werden also für die Zinszahlungen zur Kasse gebeten und letztlich sogar auch für die Verluste, die mit evtl. Firmenpleiten verbunden sind." (358)
"Das heißt, der Staat, der von der Wirtschaft ständig die Schaffung neuer Arbeitsplätze fordert, hat diese im eigenen Bereich radikal reduziert! Und das gilt nicht nur für die öffentliche Beschäftigung, sondern seit Jahren auch für die öffentlichen Investitionen und damit die Aufträge an die Wirtschaft!" (368)
"So wie Planwirtschaft und Sozialismus immer wieder verwechselt bzw. gleichgesetzt wurden, so ist das auch bei Marktwirtschaft und Kapitalismus der Fall. " (369)
"Im engeren Sinn- und der ist hier gemeint - werden unter Kapital jedoch alle jene Vermögenswerte verstanden, die dem Eigentümer ein leistungsloses Einkommen abwerfen, wie das zum Beispiel bei Besitz von Grund und Boden als so genannte Bodenrente der Falls ist. (...) In allen Fällen muss die Verzinsung des eingesetzten Geldes gesichert sein, bevor es zu dessen Einsatz für Investitionen und damit Arbeitsplätzen kommt. Denn wer hebt wohl sein Zins bringendes Geld zur Finanzierung einer Sachanlage bei der Bank ab, wenn er dafür nicht mindestens die gleiche Rendite erwarten kann, die er bisher, ohne Leistung und fast ohne Risiko, bei der Bank erhalten hat?
Kapital ist also - kurz gefasst - zinstragendes Einkommen, Kapitalist derjenige, der über solches Eigentum verfügt, und Kapitalismus ein Wirtschaftssystem, in dem die Zinsbedienung des Kapitals Vorrang hat vor allen andern wirtschaftlichen Ansprüchen. (...) So lange unser Geld und damit unsere Wirtschaftsordnung mit diesem Wirkungsmechanismen des Geldkapitals verknüpft ist, kann es weder eine wirklich freie noch soziale Marktwirtschaft geben! (...) Und je größer die dabei übrig bleibenden Firmen bzw. Firmen-Zusammenschlüsse sind, umso mehr bleibt das auf der Strecke, was einmal als freie und soziale Marktwirtschaft begonnen hat. " (370-372)"
"Denn das auf der Welt in Übermaß angeschwollene und immer beweglicher gewordene Geldkapital nützt inzwischen sämtliche Zins- und Renditedifferenzen rund um den Globus zu seiner Gewinnmaximierung aus. " (373)
"Gleichzeitig mit der Forderung nach besseren Konditionen und größeren Freiheiten verlagern diese weltweit operierenden Unternehmen, vor allem im Finanzbereich, auch noch ihre Firmenzentralen in steuergünstigere Länder, mit denen sie sich den Steuerzahlungen an den Produktionsstandorten oft entziehen, obwohl sie deren Infrastrukturen nutzen." (375)
"Noch gefährlicher für den Frieden in der Welt aber ist wahrscheinlich der Notwendigkeit, die wuchernden Geld-Kapitalmassen renditeträchtig zu binden. (...) Schon alle Naturkatastrophen sind dem Kapital letztendlich willkommen, da sie mit Zerstörungen und entsprechendem Neuanlage-Bedarf verbunden sind." (379-380)
"Mit Rüstung wird nicht nur Kapital bedient, sondern auch gebunden, zutreffender: vom Markt genommen." (384)
"Denn einmal erscheinen diese Rüstungsgüter nicht auf dem normalen und bereits überfüllten Markt, zum anderen werden sie, auch im Frieden, letztlich für die Schrotthalde produziert, nachdem man sie - ebenfalls Kapital verzehrend - jahrelang mit größtem Aufwand gepflegt und gewartet hat. (...)
Wenn also der Staat die heutigen Rüstungsfabriken auf die Produktion ziviler Güter umstellen und diese Güter hinterher verschenken würde, z.B. an diese armen Länder in der Welt, wäre ein solche Umstellung für uns Bürger billiger als die heutige Produktion von Waffen, deren Pflege und Ersatz wir zusätzlich bezahlen müssen." (391/392)
"Der dritte Weltkrieg hat bereits begonnen - ein geräuschloser, aber deshalb nicht weniger unheilvoller Krieg. Es ist ein Krieg gegen den lateinamerikanischen Kontinent und gegen die gesamte Dritte Welt, ein Krieg um die Auslandsschulden. Seine schärfste Waffe ist der Zinssatz, und sie ist tödlicher als die Atombombe. - Luis Ignacio Silva" (393)
"Ob die Menschen in den Schuldnerländern diese Kredite überhaupt bedienen konnten, darüber hat man sich wenig Gedanken gemacht, ebenso über die Folgen: Schaffen sie es nicht mit Hilfe der Kredite ihren Wohlstand zu heben, dann bleibt als Quelle der Rendite eben die Verarmung dieser Länder übrig." (394)
"Das heißt, bei einem Schuldenerlass durch die Banken werden nicht etwa die Geldeinleger zur Ader gelassen, die z.B. jahrelang die Zinsen kassiert haben (...), vielmehr müssen für solche Schuldenerlasse, ob von Banken oder Staaten großzügig gewährt, letztlich alle Bürger geradestehen, wie wir das bei der Banken- und Finanzmarkt-Krise ja bereits erlebt haben und weiterhin erleben." (397)
"Der konstruktivere Weg zur Lösung des Schuldenproblems wäre darum nicht ein Erlass der Schulden, sonder das zumindest teilweise Absenken der Zinsen. Damit würden die Schulden für die Kreditnehmer nicht nur tragbarer, sonder auch eher rückzahlbar. Außerdem würde sich mit sinkenden Zinssätzen das Wachstum der Geldvermögen verlangsamen und damit auch der Zwang zur ständigen Verschuldungsausweitung. (...)
Mit jedem Prozentpunkt, um den die Zinsen sinken, gehen die zinsbedingten Einkommensschichtungen von der Arbeit zum Besitz, also von arm zu reich, zurück." (398)
Von den Symptomen zu den Korrekturen
"Das Geld muss, neben dem gesetzlichen Annahmezwang, mit einem Weitergabezwang verbunden werden, damit über einem verstetigten Geldumlauf die Menge direkt steuerbar wird. (...) Geld und Guthaben müssen präzise unterschieden werden, also das Zahlungsmittel Geld von den damit getätigten und ständig wiederholbaren Spar-, Kredit- und Kauf- bzw. Investitionsvorgängen." (408)
"Als Folge dieser Einordnung des Geldes als privates Eigentum, hat also jeder Wirtschaftsteilnehmer nicht nur das Recht den Geldkreislauf zu unterbrechen und damit andere an seiner Nutzung zu hindern, sondern auch die Konjunktur negativ zu beeinflussen." (409)
"Um die schwerwiegenden Folgen dieser Doppelrolle wenigstens zu minimieren, lockt man das zurückgehaltene Geld heute entweder mit Zinsen in den Kreislauf zurück oder treibt es durch eine ständige leichte Inflation in die Nachfrage. Das heißt, man versucht einen groben Fehler in der Geldfunktionsordnung durch letztlich destruktive Mittel zu beheben!" (412)
"Das heißt, bei dieser Geldhalte- oder Geldnutzungsgebühr geht es alleine um die liquiden Zahlungsmittel-Bestände, gleichgültig ob in der Brieftasche, dem Küchenschrank oder Safe gehalten, aber niemals um Geldersparnisse, bei denen sich jedoch die Zinseinkünfte abbauen werden." (413)
"Im Zusammenhang mit dem Thema Umlaufsicherung ist ein Rückblick auf die Brakteatenzeit im Hochmittelalter besonders interessant. Brakteaten waren silberne Dünnblechmünzen, die (...) zum ersten Mal im Jahre 1154 (...) in Magdeburg heraus gegeben wurden uns sich nachfolgend in Mitteleuropa verbreiteten.
Diese einseitig geprägten Münzen wurden - und das war das Besondere! - durchweg ein- bis zweimal im Jahr als ungültig erklärt und zum Umtausch aufgerufen - verrufen wie es damals hieß (...).
Die also mit Verlusten verbundenen Geld-Umtauschvorgänge hatten zur Folge, dass kaum noch jemand Geld ansammelte, denn der zu tragende Umtauschverlust war ums höher, je mehr Geld man jeweils im Besitz hatte. (....) Der unnatürliche Joker-Vorteil des Geldes (Dieter Suhr) gegenüber den einzutauschenden Gütern, wurde also mit diesen Brakteaten durch eine Art Schwarzer Peter neutralisiert. (...)
Es hat wohl keine Zeit gegeben, in es so viele hoch bezahlte Künstler und Kunsthandwerker gab, wie in diesen Jahrhunderten, was sich heute noch an den erhaltenden Bürgerbauten ablesen lässt und vor allem an den Kirchen mit ihren Altären, Glasfenstern, und geschnitzten Holzstühlen." (416)
"Normalerweise nimmt die Bargeldmenge im gleichen Umfang ab, wie die unbaren Zahlungen und damit die Sichtguthabenbestände zunehmen." (419)
"Im Gegensatz zum Nachfragepotential, das auf der Geldausgabe der Notenbank aufbaut, resultiert das Kreditpotential in einer Volkswirtschaft also aus den Einkommens-Überschüssen der Wirtschaftsteilnehmer, die den Banken leihweise, für kürzere oder längere Zeiten, überlassen werden. Das Kreditpotential der Banken ist also identisch mit den bei ihnen gebildeten Kundenguthaben (....).
Die aus diesen Einlagen vergebenen Kredite vergrößern jedoch nicht- wie oft angenommen - die Nachfragemöglichkeiten in der Wirtschaft, sondern nutzen diese nur optimaler aus. Konkret: Die auf den Sichtguthaben geparkte Kaufkraft wird - genau wie bei den Spar- oder Terminguthaben - durch die Kreditvergaben stärker aktiviert. Das heißt, in Höhe dieser Bankeinlagen wird das vermieden, was bei den Bargeldhaltungen heute immer noch möglich ist, nämlich eine Unterbrechung des Nachfragekreislaufs!" (422)
"Die Banken erhalten mit der zunehmenden Nutzung unbarer Zahlungen nicht nur die Möglichkeit zwischenzeitlicher und damit zusätzlicher Kreditvergaben, sie können mit den daraus resultierenden Einnahmen auch einen Teil der Kosten des relativ teuren Giroverkehrs abdecken. Außerdem benötigen sie weniger Notenbankgeld und sparen damit Zinsen ein. Denn im Gegensatz zu den Bürgern, für die die Bargeldnutzung kostenfrei ist, müssen die Banken für das abgerufene Bargeld Zinsen an die Notenbank zahlen." (423)
"Die Überprüfung unserer Geldordnung aus rechtlicher Sicht ist also grundlegender Natur. Denn als Folge dieses nicht aufgearbeiteten Fehlers verschiebt sich, (...), die Macht in den Ländern immer mehr zu von der Politik zum Geld. Eine wirklich freie und soziale Marktwirtschaft kann es darum - genau wie eine wirkliche Demokratie! - so lange nicht geben, wie sich ihr wichtigstes Medium, das Geld, den Kräften des Marktes entziehen kann (...). (424)
"Das übermäßige Wachstum der Geldvermögen und Schulden geht mit sinkenden Zinsen zurück und damit auch die zinsbedingten Einkommensumschichtungen und die daraus resultierenden sozialen Spannungen. Damit wiederum baut sich auch der Wachstumszwang ab, dem wir heute unsere Umwelt und die Zukunft nachfolgender Generationen opfern." (430)
"Das heißt, bei Einführung einer Geldumlaufsicherung müßte relativ bald - wenn nicht schon vorher! - auch eine Bodenreform angegangen werden und die Spekulation mit den Naturgütern ebenso unterbunden werden wie die heute darauf fließenden leistungslosen Einkommen." (443)
"Ein erster praktischer Schritt in die richtige Richtung wäre ein grundsätzliches Verbot des Verkaufs aller Bodenflächen, die sich noch im gemeinschaftlichen bzw. öffentlichen Besitz befinden. Diese Bodenflächen dürften zukünftig nur noch in Erbpacht bzw. als Baurecht vergeben werden." (444)
"Ähnliche Verluste für die Bürger fallen auch heute noch jeden Tag im Zusammenhang mit öffentlichen Strukturmaßnahmen an. So sind z.b. im Zusammenhang mit dem Bau des neuen Münchner Flughafens (...) die Landbesitzer zwischen München und Freising, vor allem im auch Bereich der neuen S-Bahnstrecke, leistungslos um insgesamt rund 30 Mrd DM reicher geworden." (445)
"Die zunehmend problematischer werdenden Gesamtsituationen in unseren Volkswirtschaften sind also keinesfalls die Folge überzogener Ansprüche der Bürger an den Sozialstaat, wie immer wieder angeführt, sondern, wie in diesem Buch nachgewiesen, die exponentiell zunehmenden Ansprüche des Kapitals an das Sozialprodukt!" (459/460)
"Dieses sich zu einer Art Geldsyndrom anhäufende Bündel problematischer Symptome, lässt sich nuran einem einzigen Punkt nachhaltig kurieren: über die Zinshöhe!" (464)
"Lassen wir die heute ablaufenden ursächlichen Kettenreaktionen noch einmal Revue passieren:
- Weil unsere Volkswirtschaften nur bei geschlossenem Geldkreislauf funktionieren, müssen alle Ersparnisse und Geldvermögengsüberschüsse über Kredite wieder in die Wirtschaft zurückgeführt werden.
- Weil dieses Rückführungen heute nur über Zinsbelohnungen funktionieren, wachsen diese Geldvermögensüberschüsse, als Folge des Zinseffekts, jedoch mit zunehmender Beschleunigung an und damit wiederum die Kreditausweitungen.
- Weil das Wachstum der Wirtschaft jedoch mit dem der Geldvermögen immer weniger Schritt halten kann, müssen schließlich auch Privathaushalte und ganz besonders Staaten, über ständig höhere Kreditaufnahmen die sonst entstehenden Nachfragelücken schließen.
- Weil jedoch auch diese Kreditaufnahme-Möglichkeiten an ihre Grenze stoßen, komme es schließlich zu einem Ausweichen des Geldes in die Spekulation und schließlich zu jenen Exzessen, die immer größere Einbrüche an den Börsen wie auf den Finanzmärkten zur Folge haben.
- Weil die Banken - um ihre wachsenden Einlagen-Überschüsse los zu werden - sich schließlich selbst an diesen Exzessen beteiligen, kommt es auch hier zu astronomischen Verlusten, die von der Politik mit Steuergeldern aufgefangen werden müssen.
- Weil mit diesen Rettungsschirmen die öffentlichen Zinsbelastungen noch mehr steigen, bleiben den Staaten schließlich nur noch Reduzierungen der Sozialausgaben übrig und den Unternehmen Kürzungen der Löhne.
- Weil diese Reduzierungen der Verbraucher-Kaufkraft die Nachfrage auf den Märkten ebenso gefährdet wie den sozialen Frieden, bleibt unter den heutigen Gegebenheiten für die Politiker aller Couleur nur ein Ausweichen in mehr Wirtschaftswachstum.
- Weil jedoch der Spielraum zwischen Rettung des sozialen Friedens auf Kosten der Umwelt, oder Rettung der Umwelt auf Kosten des sozialen Friedens, immer kleiner wird, ist auch dieser Ausweg nicht mehr lange offen - es sei denn, man dreht endlich die Flamme unter dem Kesssel kleiner - die der Zinsen -, die ihn heute immer mehr zum überkochen bringt!"(464-468)