- Quelle: Ossietzky, 20. Juni 2015
"Es heißt Glyphosat und ist der weltweit meistverwendete Unkraut-Vernichter. Ein Breitband-Herbizid, das nur über die Blätter wirkt. Es tötet in der besprühten Pflanze ein Enzym, das sie für die Photosynthese brauchte. Sie kann Licht nicht mehr in Energie umwandeln und stirbt." (471)
"Seine maßgescheiderten genmanipulierten glyphosatresistenten Pflanzen verkauft der Konzern (Monsanto) ebenfalls weltweit. Nur in der EU ist ihr Anbau (noch) nicht erlaubt. Aber als Futtermittel dürfen sie längst importiert werden." (472)
"Das Bundesamt für Risikobwertung (BfR), eine Behörde des Minitsteriums für Ernährung und Landwirtschaft 8 (...), beharrt bis heute auf der Harmlosigkeit des Pflanzengifts für den Menschen, obwohl mittlerweile mehrere qualifizierte, neutrale Studien den Veracht der Krebsgefahr. Selbst die Weltgesundheitsorganisation WHO rät inzwischen, Glyphosat nicht mehr großflächig einzusetzen. (472)
"Geschätzte 6000 Tonnen Glyphosat seien in Deutschland im Jahr 2012 ausgebracht worden, (...). Umweltschutzverbände wie Greenpeace und der BUND führen aber an, daß insgesamt jährlich 15.000 Tonnen an glyphosathaltigen Produkten verbraucht würde, (...). Der Unkrautvernichter wird damit auf annähernd 40 Prozent der Ackerfläche in Deutschland eingesetzt." (472)
"Europaweite Stichproben haben Glyphosat im Urin von 44 Prozent der Großstädter nachgewiesen, in Deutschland laut BUND sogar bei sieben von zehn Probanden. (...) Die Zeitschrift Öko-Test berichtete hingegen bereits 2012, der Wirkstoff habe sich in 14 von 20 Getreideprodukten (Mehl, Semmeln) nachweisen lassen, Glyphosat überstehe auch das Backen." (473)
"Die internationale Krebsforschungsagentur IARC (Interntional Agency for Research of Cancer) fand im März 2015 Anzeichen für das krebserregende Potential des Glyphosat und stufte es deshalb in die Kategorie 2A (wahrscheinlich krebserzeugend) ein. (...) Das Pflanzengift stelle auch einen Risikofaktor als Mitverursacher von hormonabhängigem Brustkrebs dar."