Humane Wirtschaft 03/2016, S. 34-38
Wenn man beispielsweise ein jährliches Wachstum von 3% vom Bruttosozialprodukt anstrebt, um die Arbeitslosigkeit in den Griff zu bekommen, dann würde sich unser Sozialprodukt in den nächsten 250 Jahren verzehntausendfachen. (...) Aus diesen Zahlen wird deutlich, dass unser Geldsystem zwangsläufig Inflation, Krisen und Zusammenbrüche hervorbringen muss.
(S. 36)
Das Prinzip des fließenden Geldes senkt das Bestreben Geld horten zu wollen. Dieser Anreiz entfällt, weil die Vermögensbildung durch die Verzinsung nicht mehr möglich ist. Durch eine Standgebühr entsteht ein Interesse, das Geld im Umlauf zu halten und auszugeben.
Margit Kennedy erklärt, dass wir derzeit für Bargeld keine Zinsen erhalten, auf kurzfristige Einlagen etwa 1-3 %, auf langfristige etwa 3-6 %. Mit der Standgebühr hingegen würde man auf Bargeld 3-6 % und auf kurzfristige Anlagen 1-3 % pro Jahr bezahlen. Für langfristige Einlagen müssen keine Standgebühren bezahlt werden (vgl. Kennedy 2011, 47).
Der wesentliche Zweck der Standgebühr wäre zu verhindern, dass ich nur aufgrund von Geldbesitz ein leistungsloses Einkommen erzielen kann. Denn es kommt letztlich nur wenigen zugute, während die große Mehrheit der Menschen draufzahlt. (...) Sie verhindert das exponentielle Wachstum durch Zins und Zinseszins wie die dadurch entstehenden Umverteilungen von Geld von der großen Mehrheit hin zu einer kleinen Minderheit der Bevölkerung. (Kennedy 20111, 48).
(S. 37)