Frankfurt 2003 (Franckh-Kosmos)
Kurz vor der Fahrt ins Allgäu erzählte meine Frau von einem Traum. Eine unsichtbare Gestalt zeigte ihr ein Haus, in dem ein richtiges Herdfeuer brannte; der Verhüllte führte sie durch die Zimmer, die sie als die hiesigen wiedererkannte, und sagte, unten im Land herrsche die Pest. Keine Pest wir früher, sondern eine seelische Pest. Die Menschen stecken sich durch Fernsehen und Medien an, sie werden zum Verrücktsein und zur Untreue verleitet und verlieren die Verbindung zur Natur. (294)
In den Kulturen aller Völker spielt das eine Rolle: Dem Menschen, egal, ob Indianer, Inder oder Christ, kommt das Heil von Osten zu, aus der Richtung der aufgehenden Sonne. Osten ist Frühling, Hoffnung, erwachendes Leben, Heilung. Überall auf der Welt werden Heilkräuter am Morgen gepflückt, mit dem Gesicht der aufgehenden Sonne zugewandt. Der Westen dagegen bedeutet meistens Tod, Reife, Ernte. Der keltische Held ritt einsam auf seinem Ross in den Sonnenuntergang, in den Tod. (297
Das war auch einst der Sinn der Totenwache: Mindestens drei Nächte lang brauchten die Toten unsere Hilfe und liebevolle Zuwendung. Das wusste man auch in schamanischen Kulturen. (299)
Ein andermal war es eine Nierenentzündung. Da wirkte der Kaltwasserauszug der Kanadischen Goldrute wie ein Wunder. Goldruten - die Kanadische, die später blühende Riesengoldrute wie auch die heimische Waldgoldrute - sind die besten Nierenmittel überhaupt. Es gibt nichts in der Schulmedizin, das sie übertrifft.
Bei Lungenerkrankungen half immer der schleimlösende, reizmildernde Huflattich mit seinen Blüten und Blättern. (320)
Nachdem meine Frau ein Kind verloren hatte und die Blutungen versagt hatten, das wies uns der Naturheiler Gerhard Orth auf das Fuchskreuzkraut hin. Eine Tinktur des Kreuzkrautes stoppte das Bluten sofort. (321)
Die beste Zeit [zum Heilkräutersammeln] im Monat ist, (...), um den Neumond, wenn der Mond nicht größer als eine Sichel ist. Die essenziellen Öle, die Glykoside, Alkaloide und andere Wirkstoffe sind am reichlichsten in den Sommermonaten, zwischen Sommersonnwende (Johanni) und Herbst-Tag-Nacht-Gleiche ausgebildet; dann sollte man sie auch für den Jahresvorrat sammeln. Traditionell wurden diese Kräuter zu Mariä Himmelfahrt (15. August) geweiht. (322)
Augentrost (Euphrasia officinalis): Der Tee hilft nicht nur bei müden, roten und entzündeten Augen, sondern ich habe auch den Eindruck, dass ein Augenbad damit allgemein kräftigend für das Sehorgan wirkt. Man kann diesen Tee auch bei Erkältungen und Stirnhöhlenentzündungen trinken.
Beifuß oder Mugwurz (Artemisia vulgaris): Der Tee erwärmt den Unterleib, hilft bei der Regulierung der Monatsblutung und als Fußbad; in der ersten Hälfte des Monatszyklus fördert er die Fruchtbarkeit. Die Wurzel wirkt krampfstillend, schweißtreibend und magenstärkend. Überall wo er wächst, wurde das getrocknete Kraut als Räucherung bei schamanischen Séancen verwendet. Der Rauch öffnet das dritte Auge und stimmt auf die geistige Welt ein.
Sanikel (Sanicula europaea): Es wirkt als Lungenpflanze hustenmildernd und auswurffördernd und als Magenkraut beruhigend bei krampfartigen Schmerzen, Blähungen und entzündungshemmend im Magen-Darmbereich. Inzwischen ist es unsere beliebtestes Heilmittel geworden. Für meine Kinder ist schon der angenehme Duft ein Signal, dass es ihnen bald wieder besser geht. (325)