3-Tagestour, gegangen am 9.9. - 11.9.2012
- Tag 1: Mittenwald (Kasernen) - Aschauer Alm - Vereinalm (Jägersteig) - Hufachboden - Bäralpl (Gjaidsteig) - Karwendelhaus

- Tag 2: Karwendelhaus - Brendelsteig - Marxenkar - Seekarscharte - Breitgrieskarscharte - Hinterkar - Bei der Kuchl - Mitterkar - Pleisenhütte.
- Tag 3: Pleisenhütte - Scharnitz
- Mittenwald - Karwendelhaus
Der schönste Zustieg zum Karwendelhaus! Insgesamt ca. 16 km und 1.100 HM (ca. 950 HM bis Bäralplscharte). Das Band zur Bäralpl-Scharte ist schon eine kleine Herausforderung, zieht es sich doch auf einer nahezu senkrecht abfallenden Wand nach oben. Im Prinzip aber problemlos. Durchwegs seilversichert. Der Gjaidsteig nach dem Bäralpl zieht sich dann allerdings schier endlos mit kleinen Aufs- und Abs durch Latschen bis zur Hochalm. Dann kurzer Gegenanstieg bis zum Karwendelhaus.
Gesamtgehzeit: ca. 8 Stunden (mit Pausen). - Karwendelhaus - Pleisenhütte
Der Brendelsteig ist absolut harmlos, auch wenn man sich vom Karwendelhaus aus nicht vorstellen kann, wie da ein Steig hochführen soll. Klettersteig-Set ist jedenfalls unnötig! Helm kann man tragen. Nach Erreichen des Grades muss man ein wenig den Einstieg ins Marxenkar suchen. Man darf nicht links gehen - wie alle, die über die Ödkarspitzen zur Birkarspitze wollen - sondern wenige Meter rechts. Dann beginnt ein sehr steiler Abstieg (ein relativ loses Seil hilft hier ein wenig) ins Marxenkar.
Durch das Marxenkar dann in mehrere "Ebenen" bis zur Seekarscharte! Nur gelegentlich unangenehme Stellen, wo man wegen des Gerölls keinen sicheren Stand hat. Insgesamt aber gut gehbar und wunderschön!
Auf der Seekarscharte hat man ca. die Hälfte der Strecke bis zu Pleisenütte zurückgelegt. Leider geht es nach einem kurzen Abstieg zur kleinen Biwackschachtel wieder hinauf zur zur Scharte an der Breitgrießkarspitze. Auch diesen Anstieg zur Scharte kann man sich aus der ferne schwer vorstellen. Der Weg führ dann aber doch relativ problemlos nach oben.
Der Abstieg ins Hinterkar von der Scharte ist anfangs ebenso steil wie der Anstieg (loses Stahlseil relativ hilfreich). Das riesige Hinterkar dann aber im weiteren Verlauf problemlos.
Nächste Schwierigkeit erst wieder "Bei der Kuchl", worüber man vom Hinterkar ins Mitterkar gelangt. Ein sehr steiler kurzer Gegenanstieg mit unangenehmen Geröll fordert hier nochmals alles Konzentration und Kräfte!
Danach ändert sich die Landschaft allerdings schlagartig. Der Weg geht dann bereits wieder durch grünes Gelände (Latschen!) und zieht sich dann noch ein wenig bis zur Pleisenhütte.
Gesamtgehzeit: ca. 8,5 Stunden mit Pausen*. Gesamtlänge: ca. 12 km. - Pleisenhütte - Scharnitz
Die Pleisenhütte ist ganz im Gegensatz zum Karwendelhaus eine urgemütlich Hütte ohne elektrischen Strom. Sehr wohltuend nach so einer Tour. Der Wirt ist ein sympathischer Naturbursche, der gern mit den Gästen feiert. Keine Ahnung, wann die letzten ins Bett gegangen sind..... Abstieg nach Scharnitz dann auf schottrigen Forststraßen völlig problemlos. Weiter dann auf dem "Isarsteig" bis zum Ortsanfang.
Gesamtgehzeit: Pleisenhütte - Bhf. Scharnitz: 2,5 - 3 Stunden. Gesamtlänge: ca 8 km.
Natürlich kann man die Tour auch andersherum gehen. Was die Gegenanstiege anbelangt, dürfte es - auch nach Aussagen des Wirts der Pleisenhütte - wohl auf dasselbe herauslaufen. Allerdings ist es ungleich empfehlenswerter, nach so einer wunderbaren Tour auf der Pleisenhütte anzukommen, als im Karwendelhaus.
*) Natürlich stark abhängig von der Kondition. Ich hatte allerdings gut 10 Kg in meinem Rucksack und auch die 16 km vom Vortag noch in den Beinen. Der Wirt der Pleisenhütte ist die Tour mit seiner 9-jährigen Tochter in 5,5 Stunden gegangen...