- Frankreich, Deutschland, Österreich 2012
- Regie, Drehbuch: Michael Haneke
- Kamera: Darius Khondji
- Schnitt: Monika Willi, Nadine Muse
- Darsteller: Jean-Louis Trintignant, Emmanuelle Riva, Isabelle Huppert, Alexandre Tharaud, William Shimell u.a.
Gesehen am 24.9.12 im Kino Münchner Freiheit
Kommentar: Absolut außergewöhnlicher Film von Haneke, der so ganz und gar nicht in unsere Spaß-Gesellschaft passt. Anne und Georges sind gebildete und würdevolle Eheleute. Als sich der Gesundheitszustand von Anne verschlechtert und sie schließlich ein "Pflegefall" wird, übernimmt der selbst etwas gebrechlich wirkende Georges die alleinige Verantwortung und kümmert sich rührend und aufopfernd um seine Frau. Soweit die nackte Geschickte. Die Dialoge sind brilliant. Haneke setzt kaum Musik ein. Er lässt einfach seine beiden umwerfenden Schauspieler mit ihrer Präsenz das Kino füllen. Atemberaubend schöne und rührende Szenen wechseln sich ab mit der schonungslosen und authentischen Darstellung von Anne als Pflegefall. Haneke hat sich nach dem "Weißen Band" endlich einem aktuellen Thema gewidmet, das für unsere Gesellschaft von absolut zentraler Bedeutung ist und zunehmend sein wird: Das Altwerden und das bedingungslose füreinander Einstehen. Das Schöne an seinem Film ist, dass er uns zeigt, wie es gehen könnte...